Black Sabbath – Von Zeitdieben und Räuschen

Manchmal holt einen doch die Geschichte ein. In dem Fall war es der Zeitdieb Patrick Meehan, der aus einem Zeitloch im Jahr 1980 zurück auf die Erde kam und Black Sabbath mit einer legalen, aber un-autorisierten, Veröffentlichung überraschte. Der Ex-Manager von Black Sabbath versaute neben Bergen von Kokain den Mix von „Volume 4“. (Erschien im Mai 2013 bei Bloodchamber.de)

1980 veröffentlichte Meehan über sein Label NEMS einen im Rainbow Theatre in London aufgenommenen Konzertmitschnitt, der am 16. März 1973 auf der „Vol. 4“-Tour entstand. Die britischen Wegbereiter von Heavy- und Doom Metal waren nicht erfreut über „Live At Last“, weil die Scheibe erfolgreicher war als das soeben erschienene „Heaven And Hell“ und weil die Qualität so mies war.
Eigentlich war „Live At Last“ als offizielle Veröffentlichung geplant, aber aufgrund der schlechten Aufnahmen wurde das Projekt Live-Album aufgeschoben. 1979 trennte Black Sabbath sich von Ozzy Osbourne, der fortan seiner Solo-Karriere nachging. Die übrigen Mitglieder von Black Sabbath hingegen schrieben schon an neues Material mit dem Ex-ELF- und RAINBOW-Sänger Ronnie James Dio.

Wie frisch im Rausch vom Mars zur Erde gefunkt - "Live At Last" (Copyright: Universal Music)
Wie frisch im Rausch vom Mars zur Erde gefunkt – „Live At Last“ (Copyright: Universal Music)

Für die Fans war die Live-Aufnahme ein Plus. Haben sie nun ein offizielles Relikt aus der besten Phase von Sabbath in den Händen gehalten, das zwar räudig klang aber eine Phase widerspiegelt als Sabbath noch dem Lavasound frönte. Natürlich liegt der Schwerpunkt der Songauswahl bei dem 1972 erschienenen Scheibchen „Vol. 4“. Nummern wie „Tomorrow’s Dream“, „Snowblind“, „Cornucopia“ und das im „Wicked World“-Medley eingeflochtene Stück „Changes“ sowie „Supernaut“ verdeutlichen das. Mit „Killing Yourself To Live“ blickt die 1969 gegründete Band zu ihrem nächsten Longplayer „Sabbath Bloody Sabbath“. Auch vertreten sind die Klassiker „Sweet Leaf“, „Children Of The Grave“, „War Pigs“ und „Paranoid“.
Mit der Anschaffung kann kein Komplettist etwas falsch machen. Ich hatte den Kauf der 1996 remasterten Version auch nicht bereut. Ist „Live At Last“ doch ein vorzügliches Zeitdokument vom Werdegang einer Band, bei der 1973 alle Zeichen auf Sturm standen. 1980 sah das freilich noch ganz anders aus. Während Sabbath mit „Heaven And Hell“ ein beachtliches Comeback hinlegte, übertrumpfte Oz seine Ex-Band mit seinem Solo-Album „Blizzard Of Ozz“ um ein Vielfaches. Man muss sich nur die Verkaufszahlen anschauen. Ebenso „Live At Last“ stand gut da. Irgendwas muss an der Entscheidung, Ozzy aus der Band zu werfen, falsch gewesen sein. Manchmal holt einen doch die Geschichte ein.

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