Metallisches aus dem Sachsenland – Caroozer macht dem Bier den Garaus

Fünfe sitzen auf dem Streifen (Copyright: Caroozer.de)

Fünfe sitzen auf dem Streifen (Copyright: Caroozer.de)

Fünf Typen sitzen auf einem Zebrastreifen auf ihren Bierkisten. Sie haben keinen Bock, die Dinger in den Proberaum zu tragen und gönnen sich in der Nachmittagshitze einen Durstlöscher. Die Fünf gaben sich einen Namen. Seit 2008 soll „Caroozer“ der Titel sein, der die Leipziger in die Clubs der Republik bringen soll.

Die Gitarristen Ben und Poelz, Bassist Shabooboo, Felledrescher Micha und der auch von die Leipziger Formation Blindgänger bekannte Brüllmatte El Rich fanden sich 2008 zusammen, um einen Bastard aus Thrash Metal, Sludge und Stoner Metal zu zeugen. Woher die Truppe ihren Namen „Caroozer“ hat, erklärt schnell ein Blick ins Englischwörterbuch. Da steht, in Großbritannien ist ein „Carouser“ nichts anderes als ein Eckensteher, der sein Tagbier trinkt und nicht vom Stoff los kommt – und das exzessiv. Ein „Trinker“ eben.
Interessanterweise stammt das Wörtchen „Carouser“ aus dem Deutschen und ist eine Mischung aus dem mittelhochdeutschen „gar“ und dem neuhochdeutschen „aus“. Das deutsche „Garaus“ meint nichts anderes als „ausgetrunken“ und wurde umgangssprachlich für die Redewendung verwendet, die Bar zu verlassen. Polizeistunde gab’s im 15. Jahrhundert auch hierzulande. „To carouse“ taucht im englischen Sprachraum Mitte des 16. Jahrhunderts zum ersten Mal in den Schriftquellen auf. Hinterher kam die Floskel hinzu, die Gläser geleert zu haben. An diesem gehaltvollen Wort hat sich bis heute nichts geändert, wenn auch die Deutschen dem Wort „garaus“ den Garaus gemacht haben. Die meisten wissen auch nicht mehr, was „garaus“ bedeutet.
Ganz schön clever für eine Metalband, so wieder ein vergessenes Wort aufleben zu lassen und in den Sprachgebrauch zurück zu führen. Caroozer ist auch so smart, ihre Musik so zu gestalten, dass es an allen Ecken groovt und röhrt. So schreibt das Metal-Online-Magazin Bloodchamber: „…Groovewalze…, …Pantera-lastiger, riffbetonter Neothrash…, …tightem Zusammenspiel…, …reichlich Publikumsbindung…, …punktgenau eingestreute Moshparts…, …live kommt die Mannschaft sehr mighty aus den Boxen…!“
Die Leipziger Bandcommunity ist vollen Lobes angesichts Caroozers Bühnenperformance: „…Sänger mit hervorragender Bühnenpräsenz, Gitarristen und Basser professionell und spielfreudig…, …Schlagzeuger ist eine Kampfsau.“
Ihr erstes Lebenszeichen war die 2009 veröffentlichte EP „Tied to the ground“. Darauf folgte das Langeisen „Boozeman Trail“, worüber Metal.de schrieb: „Die Songs gehen mehrheitlich mächtig ab und lassen in erster Linie Inspirationen von Größen wie Pantera, Machine Head, aber auch den späteren Entombed erkennen.“
Am 24. Mai 2013 schoben die Leipziger ihre zweite LP über die Biertresen. Sie hört auf den Namen „Mount Moshmore“ und kann komplett auf ihrer Homepage angebetet werden.
Den Biertrinkern und Höllenreitern hauen die Metaller wie der Name „Moshmore“ schon verspricht eine Vollpackung Met(al) vor den Latz. Klar, dass das Thema Bier auch nicht fehlen darf. Anders als die Frankfurter Bieranbeter von Tankard, nimmt Caroozer einen kräftigen Schluck aus der kreisenden Kanne, die mit ihren ausladenden Hüften in der Runde tanzt wie eine Bauchtänzerin in einem schummerigen Nachtclub. Verweise an Down, Pantera, Six Feet Under und Motörhead nimmt der Kenner bei den deftigen Hüftschwüngen zwar wahr, aber wird Caroozer immer als Eigenbetrieb hochprozentigen Stoffs erkennen: Gruhf Mäddl.
Am 24. Mai trat Caroozer zum Record Release im Leipziger Villakeller zusammen mit Malignant Tumöur, Rotor Hammer und Dead Man Trigger auf. Natürlich umjubelt und angehimmelt.

Hier geht’s zum Reinhören, Anbeten und Kontaktieren

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2 Kommentare

  1. Gut gemacht!

  2. 3:23 aufm Video …

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