Fast wie Genesis – Sound of Contact lässt Phil Collins‘ Sohn ans Mikro und an die Felle

Sound Of Contact (Copyright: InsideOut Music)

Sound Of Contact (Copyright: InsideOut Music)

In letzter Zeit wurde ich von einer Promoterin angegriffen, dass ich keine Rezensionen schreiben würde und ich die verdammte Pflicht habe, das zu tun. Habe ich nicht, liebe Freunde. Ich schreibe meine Kolumnen so wie ich sie für richtig erachte. Schließlich bezahlt mich ja keiner. Das Gegenargument lautet: Promos frei Haus. Danke. Aber bei vorliegender Scheibe breche ich aus meinem Kolumnenstil aus und lasse nicht irgendwelche Figuren für mich sprechen. Für Sound Of Contact finde ich deutliche Worte.

Am 17. Mai erschien ein Studioalbum, das Genesis-Fans aufhorchen lassen dürfte. Kein geringerer als Simon Collins, Sohn des ehemaligen Genesis-Trommlers und -Frontmanns Phil Collins, rief nach einer mehr oder weniger erfolgreichen Solokarriere Sound Of Contact ins Leben. Simon Collins steht mitten in der internationalen Musikerszene, die die progressiven Klänge auf ihre Fahnen schreibt. Immerhin hatte er auf Steve Hacketts „Genesis Re-Visited“ mitgewirkt.
Im Kern besteht Sound Of Contact aus Simon und Co-Produzer/-Produzent sowie Keyboarder Dave Kerzner (Sonic Reality, Kevin Gilbert), ergänzt durch Co-Writer wie Matt Dorsey und Kelly Nordstrom sowie Hannah Stobart (Rocket Moth, Wishing Tree) als Special Guest im Studio. Das Live-Line-up von Sound of Contact besteht aus Simon Collins am Mikro und an den Drums, Dave Kerzner am Keyboard, Matt Dorsey am Bass, John Wesley (Porcupine Tree, Fish) an der Gitarre und Jonathan Schang (District 97) an den Drums.

Seit 17. Mai 2013 erhältlich: Dimensionaut (Copyright: InsideOut Music)

Seit 17. Mai 2013 erhältlich: Dimensionaut (Copyright: InsideOut Music)

Das Plattenlabel informiert darüber auch, dass das Debütalbum von Sound of Contact, „Dimensionaut“, ein Konzeptalbum über einen dimensionalen Zeit- und Raum-Reisenden namens Dimo ist. Jener Dimo befindet sich auf einer Mission, um die Grenzen der menschlichen Erfahrung zu erweitern. Das erzählt die Band in zwölf Liedern.
Wenn ich die vielschichtigen Epen höre, denke ich an eine moderne Progrock-Band wie Beardfish, Dream Theater oder Spock’s Beard. Höre ich Simon Collins‘ Stimme, muss ich unweigerlich an eine Mischung aus Peter Gabriel und Phil Collins denken. Vor allem wenn Collins‘ Sohn bei „Only Breathing Out“ die höheren Stimmlagen, wie Phil es bei einem Song wie „Deep In The Motherlode“ auf dem letzten wirklich guten Genesis-Album „…And Then There Were Three…“ tat, erreicht, oder wie im Epos „Mobius Slip“ haucht wie Gabriel es zu „Lamb Lies Down On Broadway“ getan hat.
Über allem, oder besser gesagt mitten drin, trommelt der Genesis’sche Herzschlag von Sound Of Contact als würde Phil Collins im Geiste mit machen. Höre ich Stücke wie „Beyond Illumination“ und „Closer To You“ weiß ich, dass Simon Collins nicht weit von seiner väterlichen Popschmalzlocke entfernt ist und das selbe Händchen für große Refrains hat.
Sound Of Contact beherrscht den Spagat zwischen Anspruch und Liebreiz, den Genesis heute noch besitzen könnte wenn Phil Collins, Peter Gabriel und Steve Hackett sich wieder mit Tony Banks und Mike Rutherford zusammenraufen könnten.
Mich haut „Dimensionaut“ um. Ehrlich gesagt, so muss ein Prog-Rock-Album heute klingen. Es versucht nicht den aufdringlichen Prog-Kasper heraushängen zu lassen, indem er uns ein Trick nach dem anderen präsentiert. Oder den Retro-Schwenk neu aufzukochen. „Dimensionaut“ ist episch, zart, nicht zu verspielt und vor allem bereits jetzt ein Klassiker. Die Vergleiche mit Genesis, Gabriel und Phil Collins sind bewusst gewollt. Aber „Dimensionaut“ hebt sich auch auch von den Vorbildern ab und lässt uns an einer ordentlichen Packung Gefühl teilhaben. Danke, dass Simon Collins uns solche Musik schenkt. Ich falle auf die Knie und atme langsam ein und aus. Wahnsinn!

Punkte: 10 von 10
Album: Dimensionaut
Ersch.: 17. Mai 2013
Label: InsideOut Music
Länge: 80 Minuten
Titel: 12
Webseite: Sound Of Contact

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