Kneipengespräche: Die Erde singt ihren Blues

Spiritual Beggars (Copyright: InsideOut Music/Spiritual Beggars)
Spiritual Beggars (Copyright: InsideOut Music/Spiritual Beggars)

Klimawandel, o Klimawandel! Erst beschert er uns milde Winter, nun einen verschneiten Frühling. Die Erde singt ihren eigenen Blues und zeigt wie falsch unsere kalendarischen Zeiteinteilungen sind. Lasst uns alle die Hände halten und zum Sound von den Spiritual Beggars Ringelreihen im Schnee tanzen. Die Truppe singt auch den ‚Earth Blues‘.

„Aber mächtig gewaltig, …“, sagt Heavy bei seiner Winterdiskussion kurz vor Ostern in der Leipziger Helheimkneipe, „als ich noch klein war gab’s sogar einen verschneiten 1. Mai.“
Gus lacht und frotzelt: „Wann war das? In der letzten Eiszeit? Junge, Junge, … wusste gar nicht, dass du so alt bist… Hast dich echt gut gehalten.“ –
„Okay, … lass mich das so erzählen“, sagt Heavy, „als ich irgendwann in den achtziger Jahren zum 1. Mai auf Demo musste, schneite es auch mal kurzzeitig. Meine Mom und meine Gromu erzählten auch, dass zu Ostern Schnee lag. 2006 erlebte ich das auch als ich im Stadtarchiv Karten sauber radieren sollte. Klimawandel ist doch nur törichter, ideologischer Alarmismus. Wenn den Grünen und Ökos es tatsächlich ernst um Klimaschutz wäre, dürften auch die Fahrräder nicht aus Aluminium und Gummi bestehen, unsere Häuser längst in Leichtbauweise entstehen und nicht aus Beton, dürften keine Öko-Autos vom Fließband rollen und keine Solaranlagen entstehen…“ –
„Wie das“, fragt Gus ungläubig.
„Na sieh mal, … woraus werden die Sachen hergestellt? Wie viele Immissionen verursachen sie, welche Transportwege werden benutzt? Solarzellen spare ich mal weitestgehend aus, weil die ja vorrangig aus Silizium, also Sandkristallen, und Disulfid – einer Schwefelwasserstoffverbindung -bestehen, … aber die Herstellung hat es in sich. Das Zeug muss ja miteinander verschmolzen werden. Das kostet Energie. Und woher kommt die? Aus herkömmlichen Methoden gewonnen, … Siehste.“ –
„Aha“, macht Gus, umklammert sein Bierglas und wird immer unkonzentrierter während Heavy sich in Rage redet.
„Soll der ruhig seine grünen Sachen da reden und wie heuchlerisch eigentlich alles ist und all der Klimawandelquatsch“, denkt Gus. Er vernimmt neue Klänge. Heavy plappert weiter, bis Gus ihn im Redefluss unterbricht und zum Barkeeper ruft: „Hey, … was läuft da gerade?“ –
„Die neue Spiritual Beggars!“, ruft’s zurück.
„Krasse Scheiße“, ruft Gus erstaunt aus, „so gut habe ich sie nicht einmal auf ‚Ad Astra‘ in Erinnerung gehabt. Klingen jetzt irgendwie grooviger … Wie heißt der Song gerade?“
Der Barkeeper dreht sich zum Laptop und liest den Songtitel vom Bildschirm ab. „One Man’s Curse“! –
„Mann, Hammer!“, sagt Gus zu Heavy gewandt, der noch an seinen Klimawandel denkt und eigentlich sagen will, dass das alles Unsinn ist, weil widersprüchliche Zahlen kursieren, die einerseits besagen, dass das Sonnensystem sich generell aufwärmt aber die Temperaturkurve der Erde sinkt, „Der Song klingt wie die späten Purple mit Coverdale, oder ganz frühe Whitesnake als noch Jon Lord die Tasten drückte.“
Der nächste Song „Dreamer“ erklingt. „Wahnsinn! Wie eine Mischung aus dem besten, das die Siebziger im Hardrock-Bereich zu bieten hat – Wishbone Ash meets Soul, Funk, Blues und Gospel. Die Jungs haben das besser drauf als Voodoo Circle, die sich ja eher an die Whitesnake der späten Achtziger orientieren. Hör den Bass, Alter, … diese Harmonien, Melodien, … die haben begriffen was Rock’n’Roll ist. Das groovt ohne Ende! Hey, Melody Maker – wie heißt die Scheibe?“ –
„Earth Blues“, ruft’s vom Tresen.
„Genau mein Sound!“, sagt Gus, „so muss der Abgesang der Erde klingen und nicht wie das wissenschaftlich-hölzerne Geblubber aus den Reihen der Grünen oder wie die Typen heißen. Alles sowieso nur Wichtigtuer, die vom Leben keine Ahnung haben außer ständig den Teufel an die Wand zu malen und sich am Steuerzahler dumm und dämlich verdienen. So klingt das Leben! Geh zu ’ner Party und der Sound läuft – so fetzt das.“
Gus wippt mit dem Fuß und groovt mit den Hüften. „Ich kann nicht anders, das geht ins Bein.“
Heavy: „Ey, … ich weiß nicht was du hast, ey, … ich bin doch bei dir. Ich setze mich nur …“ –
„Ach Quark“, unterbricht ihn Gus, „genieß‘ einfach was du siehst, fühlst, machst, kennenlernst und … hehe, .. du weißt schon.“ –
„Klar Mann, mache ich“, sagt Heavy. Gemeinsam mit Gus hört er „Too Old To Die Young“ und denkt: „Fantastisch! Saturn Return hast du überlebt, also wirst du auch den verdammten März überleben! Rock on! Die Erde hat ihren eigenen Blues, und Spiritual Beggars singt mit! Blöd für die große Masse, dass die Scheibe erst im Mai heraus kommt, … hehe.“

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