Ruhe in Frieden: Zum Tod von Clive Burr

Iron Maiden in ihrer Besetzung 1982 (Copyright: ironmaiden.com/EMI)
Iron Maiden in ihrer Besetzung 1982 (Copyright: ironmaiden.com/EMI)

Die Nachricht über seinen Tod kam überraschend aber nicht unerwartet. Metalmusiker gedenken einem Mann ebenso wie tausende Fans der britischen Metallegende Iron Maiden. Er heißt Clive Burr und dürfte eingefleischten Liebhabern des NWOBHM-Flaggschiffs bekannt sein. Der an Multipler Sklerose erkrankte Drummer hinterlässt einen großen Beitrag für die Entwicklung von Iron Maiden.

„Clive war ein sehr alter Freund von uns allen“, schreibt Bandgründer Steve Harris auf der offiziellen Maiden-Homepage zum Tod von Clive Burr, der am 13. März 56-jährig im Schlaf verstarb. Genau vier Tage nach seinem eigenen und ein Tag nach Steve Harris‘ Geburtstag.
„Er war eine wunderbare Person und ein beeindruckender Schlagzeuger, der besonders in den ersten Tagen der Band einen bedeutenden Beitrag zu Maiden geleistet hat“, formuliert Bassist Harris zum Tod seine Kondolenz. „Das ist ein trauriger Tag für jeden in der Band und die Menschen um ihn herum. Unsere Gedanken und unser Beileid sind mit seiner Partnerin Mimi und seiner Familie.“
Clive Burr stieg 1979 bei den Vorreitern der New Wave Of British Heavy Metal ein, nachdem ihr Drummer Barry „Thundersticks“ von eben selben herausgeworfen wurde und Clive Burr bei Samson ersetzte. Ende 1981 war der Samson-Sänger Bruce Dickinson bei Maiden gelandet. Mit Iron Maiden schuf er die drei Alben „Iron Maiden“, „Killers“ und „The Number Of The Beast“. Heutige Fans behaupten sogar, durch Clive Burrs Spiel hat Iron Maiden mit den drei Studiowerken mehr Dynamik und Groove besessen als in allen nachfolgenden Werken, die mit Burrs Nachfolger Nicko McBrain eingespielt wurden. Burrs Spiel unterscheidet sich tatsächlich von dem technisch versierteren McBrain. Burr prägte den Sound dreier Klassiker. Sein kraftvoller und temporeicher Stil ist besonders gut auf dem offiziellen und 1981 erschienenen Konzert-Bootleg „Maiden Japan“ zu hören, das während Maidens Tour im Vorprogramm von Kiss in Japan entstand.
Trotz seines Weggangs von Iron Maiden nach der „Beast On The Road“-Tour 1982 war Burr ein beschäftigter Drummer gewesen. Er trat Trust bei, die McBrain für Maiden verließ. Danach gründete Burr die Hardrock-Gruppen Escape und Stratus, die allenfalls noch Liebhabern bekannt sein dürften. 1985 trat er der Band Gogmagog bei, wo ein gewisser Paul DiAnno mitmischte. Beide Musiker kannten sich von Iron Maiden aus der Phase von 1979 bis 1981 als DiAnno noch Sänger der Eisernen Jungfrauen war.
Weitere Bandprojekte folgten. Alle gingen wegen Erfolglosigkeit baden. Wann Multiple Sklerose bei dem Schlagzeuger diagnostiziert wurde, ist nicht bekannt. 2003 konnte Burr sich noch auf eigenen Beinen halten als er bei einem der vielen Charity-Konzerte für seinen Clive Burr MS Trust Fund seiner ehemaligen Band Iron Maiden auf der Bühne stand. Dennoch musste Burr zunehmend den Rollstuhl benutzen, war auch im ersten Teil der Maiden-History-Reihe im Interview zu sehen.
Burrs Geschichte und sein Beitrag für Iron Maiden kennen die rund 8,3 Millionen Fans der Band, die 2012 und 2013 mit der 1988er Bühnenproduktion zum damaligen Studioalbum „Seventh Son Of A Seventh Son“ um die Welt düst. Knapp 56.000 Menschen haben die Nachricht vom Tod des Schlagzeugers im sozialen Netzwerk „Facebook“ geteilt, rund 15.000 Menschen haben vom 13. bis 14. März ihre Kondolenz in die Kommentarfunktion geschrieben. Hinzu kommen zahlreiche persönliche Einträge auf den privaten Seiten.
Mit seinem Tod ist ein Familienmitglied gegangen. Für mich wird Clive Burr aber ein wichtiges Mitglied von Iron Maiden bleiben, der die drei besten Alben der Briten eingespielt hat und seinen Stempel aufdrückte. Ruhe in Frieden, Clive.

Mehr zu Iron Maiden findet ihr auf meinem Blog.

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