Kneipengespräche: Mädchenmusik mit Kante

Audrey Horne (Copyright: Napalm Records)

Audrey Horne (Copyright: Napalm Records)

„Der Rock Hard Channel“ bringt auf Dauer nicht viel. Mach mal Audrey Horne rein!“, forderte Gus seinen Gastgeber auf. Mike ging zu seinem Computer, klappte die bunt bedruckte Hülle auf und schob die runde Scheibe in den Schlitz der Alu-Maschine.

Nach einer Weile lief „Youngblood“ an. Andächtig lauschten Mike, Gus und Heavy den ersten Klängen, die aus den Boxen waberten.
„Das Intro erinnert mich stark an ‚The Hellion‘ von Judas Priest“, meinte Heavy lapidar. „Aber gut, anders!“ –
„Jetzt klingt’s wie Kiss – cool!“, rief Gus erstaunt. Er nestelte an seiner Jeanskutte, um zu schauen, welchen Aufnäher er von der Maskentruppe drauf hatte – das Motiv von „Rock’n’Roll Over“. „Mensch! Das Motiv der Audrey Horne passt super dazu!“ –
Mike schlug das aktuelle „Rock Hard“-Heft auf, wo der Chef Götz Kühnemund einem gewissen Toschie die Infos aus dem Kreuz leierte, dass er Illustrator und Tätowierer ist, für eine norwegische Tageszeitung Karikaturen anfertigt, und auch für das aktuelle Albummotiv seiner Band verantwortlich war – weil er Kiss einfach liebt! Der Sänger heißt eigentlich Torkjell Rød, hatte Kunst studiert und hat es drauf, trotz seiner zart rauchigen Stimme wie Rock’n’Roll zu klingen, recherchierte er noch.
Er fand auch heraus, dass „Audrey Horne“ eine alte Bekannte aus dem David-Lynch-Klassiker „Twin Peaks“ ist, der Name der Hauptprotagonistin in der Serie war, die der Männerwelt die Köpfe verdrehte.
„Mädchenmusik mit Kante“, entfleuchte es Mike aus dem Mund als er über den Sound und die sexy Schöne nachdachte. „Passt gut zusammen!“ –

So sieht "Youngblood" aus (Copyright: Audrey Horne/Napalm Records)

So sieht „Youngblood“ aus (Copyright: Audrey Horne/Napalm Records)

„Super Sound!“, konstatierte Heavy. „Die Scheibe muss ich mir als Vinyl holen! Ich liebe diesen klassischen Seventies-Röhrensound, wenn er richtig gemischt wurde. Dagegen kannst du so genannte Vintage-Bands in die Tonne kloppen!“ –
„Ich brauch‘ das unbedingt auch als Vinyl-Rip auf meinem Rechner! Die CD ist super, aber noch nicht voluminös genug“, antwortete Mike. „Aber ansonsten super Scheibe! Sie atmet den Spirit von frühen Kiss, Van Halen und Aerosmith!“ –
„Donnerwetter! Wie kriegen die nur den super schönen Studiosound hin! Haben die analoge Aufnahmetechnik verwendet?“, fragte Gus in den Raum.
Er erntete Schulterzucken. Aber so schnell ließ sie „Youngblood“ nicht los. Für die drei schon mal das Album des Monats im nasskalten Februar.
„Macht tierisch gute Laune, … ich warte auf die Tour!“, meinte Mike zu seinen Kompagnons, öffnete ein Bier und überlegte, sich ordentlich mit Jeans einzudecken, Aufnäher sich zu besorgen und neue Nieten- und Patronengurte. Ein neues Tattoo braucht er noch – der Festivalsommer kommt bestimmt!

„Redemption Blues“, das offizielle Video auf der Youtube-Seite von Napalm Records

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