Gottes Saat: Von einem Land wo Geschichte und Blut fließen

God Seed (Copyright: Indie Recordings)

God Seed (Copyright: Indie Recordings)

Seine Antwort auf Sam Dunns Frage war legendär. Sie lautete: „What is the primary ideologies or primary ideas that fuel Gorgoroth’s music?“ Gaahl, vor einigen Jahren noch Frontmann der norwegischen Black Metal-Band „Gorgoroth“ überlegte, nippte an einem Glas Wein und sagte einfach nur: „Satan!“ Ich dachte beim Sehen der Szene: Cool, es fehlt nur noch, dass er ein Laib Brot bricht und zum Abendmahl lädt. Das tat er nicht. Er bekannte sich als Vegetarier und outete sich als „schwul“.

Mann! So lebt man Satanismus. Kaufe und schlachte kein Lamm, geh lieber zum Kühlregal und besorge dir ein Tofustück mit Lammgeschmack. Opfere keine Jungfrauen wie es die Band Satyricon in ihrem Video zu „Mother North“ spielerisch zu zeigen versuchten – nein, nimm dir einen Black-Metal-Bro‘ und tu es mit ihm. Nichts ist banaler als Gott zu verneinen, entsteht in mir die Botschaft. Ist Homosexualität das letzte Aufbegehren gegen die Prinzipien der römisch-katholischen Kirche? Wohl kaum. Priesterscharen machen sich über Kinder her. Ob das Zölibat wirklich ausgelebt wird, verschweigen die dicken Klostermauern auf aller Welt. Klar, das klingt alles irgendwie anti-bürgerlich. Aber das ist Gaahls Privatsache. Mit Satan hat das alles nichts zu tun. Steht seine Musik noch für echte Black-Metal-Werte?

Sie tut es! Pünktlich zum Vorabend der vermeintlichen Apokalypse steht mit „I begin“ eine schwarz rußende Fackel auf dem Gabentisch, die dem Schwarzröcken eins verspricht: Beschwörerische Formeln, pure Raserei und düstere Epen. „I begin“ ist Gaahls Rückkehr in die Black-Metal-Welt. Dabei klingt seine Welt überhaupt nicht nach den ersten Kassettenrekorder-Aufnahmen von Darkthrone und Beherit. Eine Orgel taucht auf, Keyboardklänge surren ab und an durch die Mahlströme an Klängen, die mal wuchtig dröhnen dann wieder wütend klirren. „I begin“ ist erstaunlich ausgewogen, unfassbar aggressiv. Dieser Hort der Verzweiflung macht klar, was Gaahl mit Satan meint. Die Botschaft keift, schreit, brüllt er zu den Hörern. Unmissverständlich! Nur weswegen benötigt Gaahl so viel Atemluft? Bestenfalls nicht über ein Land wo Milch und Honig fließen zu grölen, wie das Horden von finnischen Garagenbands in Fellhosen tun. Ich jedenfalls stelle „I begin“ zu meiner erlesenen Black-Metal-Meilenstein-Sammlung aus Mayhems „De mysteriis dominis satanas“, Bathorys „Under the sign of the black mark“, „Darkthrones „A blaze in the northern sky“, Gorgoroths „Antichrist“ und  Emperors „In the nightside eclipse“. „I begin“ ein Album für die Ewigkeit – auch nach dem Armageddon.

Künstler: God Seed

Album: I begin

Label: Independent Records

Erscheinungsjahr: Oktober 2012

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