Vulkanisch, lavaesk, eruptiv: Der Mount Fuji steht in Leipzig

Mount Fuji (Copyright: Mount Fuji)

Mount Fuji (Copyright: Mount Fuji)

Zum ersten Mal erlebte ich Mount Fuji in der wunderschönen Konzertreihe „Swimmingpool“. Februar 2011 war das. Damals hatte ich noch ein paar Biere gekillt, die Band angequatscht, woraus doch eine recht angenehme Bekanntschaft erwuchs. Zumal ich die Lebenspartnerin vom Gitarristen und Hauptsongwriter Ron seit 2002 kenne. Kunstgeschichte, Uni und so. Später Brockhaus-Kollegin. Hab noch olle Fotos! Aber mit dem Vulkan hat das jetzt nichts zu tun.

Zum Swimmingpool-Konzert in der Schaubühne Lindenfels ging ich mit einer anderen, attraktiven und jetzt (leider) vergebenen Dame. Daniel und die Frauen. Eine endlose Geschichte. Die Musik bleibt. Sie blieb auch als ich die Band 2011 noch einmal traf. Dieses Mal im Rahmen einer Leipziger Drogenaufklärungskampagne. Zusammen mit Children of Eris hatte Mount Fuji den Keller im Markkleeberger Mühlholz zum Beben gebracht. Ich war überzeugt, die Band bringt es zu etwas. Die vier Fuji-Kolosse werkelten schon an ihrem ersten Langeisen, das 2012 endlich erschien.

Mount Fuji: So sieht die Debüt-Scheibe aus (Copyright: Mount Fuji)

Mount Fuji: So sieht die Debüt-Scheibe aus (Copyright: Mount Fuji)

Ich hätte nicht gedacht, dass Mount Fuji so fokussiert und konzentriert bei der Sache ist. Ihre elf Titel tragen dermaßen viel Kraft, Leben, Druck in sich, dass das Debüt der vier Leipziger unbedingt mehr Beachtung finden sollte. Einflüsse verstecken sich natürlich im Kosmos des japanischen Magmabergs: Alice In Chains, Paradise Lost, Black Sabbath, Saint Vitus, Pantera… Die Inkredenzien verpacken die Doomer aber so intelligent und pfeffrig, dass „Mount Fuji“ massig viel  Eigenständigkeit besitzt. Ihre Songs sprühen vor Lebenskraft, Gefühl, Wärme – in jedem Song! Während ich die Zeilen schreibe, rumort „neun“ aus den Boxen – da ist so viel Alice In Chains drin, dass ich geneigt bin, innerlich auf die Knie zu fallen. Der Rahm ihrer Musik ist neben dem Gitarrenspiel der Gesang. Rau, spröde, rauchig, … ja als Mann darf ich sogar sagen, dass er sexy klingt und mit dem  eindringlichen Groove von Rons Gitarrenspiel korrespondiert, wozu der Rhythmusteppich aus Schlagzeug und Bass unaufhörlich den Takt brummt.

Jeder Song ist – ich wiederhole mich! – einzigartig, anders, neu, … um nicht wie ein fiktiver Staatsanwalt in Hunter S. Thompsons Stoff „Fear And Loathing In Las Vegas“ zu sagen – groovy. Denn Mount Fuji vergisst bei all dem Doom nicht, den Rock’n’Roll sprechen zu lassen – und der fiept, gröhlt, röhrt und brummt aus allen Ecken „wie Sau“. Empfehlung: Doom-Fans sollten unbedingt Augen und Ohren aufsperren, wenn die Truppe durch die Clubs zieht. Ich sehe sie bereits auf dem In-Flammen-Open-Air, oder sogar auf dem With Full Force. Am besten in Begleitung von Down, Helmet und Crowbar. Der Mount Fuji hat Mut zum Größeren. Erreicht er ihn auch – den Gipfel der Erfolge? Dann hört mal „Six Feet Under Of Hell“ und entscheidet selbst. Oder „zehn“! Die Band bietet auf der Community-Seite „Bandcamp“ ihr Debüt von kostenfrei bis zu einer Million Euro an. Was es euch wert ist, Leute! Kauft!

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Künstler: Mount Fuji
Album: dto.
Veröffentlichungsdatum: Herbst 2012
Webseite: http://mountfujidoom.bandcamp.com/

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2 Kommentare

  1. Yeah!!

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