The Coils Of Apollyon: Kryptos muss noch etwas feilen

Kryptos (Copyright: Kryptosindia.com)
Kryptos (Copyright: Kryptosindia.com)

Warum hörst du dir den Dreck eigentlich noch an, fragte mich kürzlich ein alter Freund über meine Vorliebe für Rockbands, die unter dem Banner „Heavy Metal“ lärmen. Recht hat er eigentlich. Seine Frage zielte auf die Eigenart der Spezies Mensch ab, dass Heavy-Metal-Fans von ihrer Leidenschaft Musik zu sammeln nicht weit von Bierdeckelsammlern, Modelleisenbahnern und Aquariumliebhabern sind. Zumindest was das Kaufen von Postern, Stickern, Aufnähern und Leibchen betrifft – und Alben.

Angesichts der nicht abebbenden Flut an Veröffentlichungen, verliere sogar ich den Überblick. Da fällt die 1998 gegründete Truppe namens „Kryptos“ nicht weiter auf, die 2004 und 2008 erste Veröffentlichungen auf die Menschheit losließ. Nie gehört, nie wahrgenommen, nie interessiert. Erst ihr drittes Album „The Coils Of Apollyon“ kam mir kürzlich zu Ohren. Darüber muss ich mich informieren, dachte ich mir.

Dann schaue ich auf die Homepage der vier Musiker und sehe, dass weltweit die Metalheft-Schreiber den Klängen auf dem schwarzen Scheibchen auf den Leim gehen. Lob wohin man schaut. Vielleicht auch die eine oder andere verhaltene und vorsichtige Kritik. Verrisse sind heutzutage wohl nicht mehr üblich. Aber das ist auch bei Kryptos schwer möglich. Ein schlechtes Omen?

Das Schlagwerk scheppert und die Gitarrenklänge verbraten Rezepturen aus den achtziger Jahren. Einfach, simpel, nachvollziehbar – und langweilig. Dazu ein Frontmann, der wie eine Mischung aus Celtic Frosts Tom G. Warrior und Coroners Ron Broder klingt und mich dazu reizt, die alten Platten von Coroner hervor zu kramen als „The Coils Of Apollyon“ weiter durchzuhören. Irgendwie habe ich die Mischung auf der Scheibe woanders, von anderen irgendwie anders und auch besser gehört. Aber schön, dass in Indien die Metalszene lebt und Menschen die Welt mit ihrer Musik bereichern. Vielleicht ist es einfach mal gut, die Gruppe bei einem Konzert zu hören und zu sehen. Denn viele Lieder haben gewaltig Potenzial nach oben, wenn es um die Bühnenpräsenz geht. Aber als Studioaufnahme will „The Coils Of Apollyon“ nicht so recht zünden.

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