Klage am Lake Lauer: Zen Zebra zündet mit „Awaystation“

Zen Zebra (Copyright: Sebastian Kubatz)
Zen Zebra (Copyright: Sebastian Kubatz)

Es gibt keinen triftigen Grund mehr, die Leipziger Rock- und Popszene zu ignorieren. Spätestens mit Disillusion und Dark Suns sollten die Bedenken gegenüber die Szene in der Messestadt ausgeräumt sein. Dass eine Künstlerin wie Nadine Maria Schmidt mit ihrer Band Frühmorgens am Meer die Aufmerksamkeit bekommt, die sie verdient, muss nicht weiter ausgeführt werden. Auch Zen Zebra überzeugt mit ihrem neuen Lebenszeichen „Awaystation“.

Der steinige Weg gibt der Formation aus der Pleißemetropole recht. Bereits 2011 hatte Zen Zebra den Anschluss an die bundesdeutsche Szene geschafft, als die Band mit Bands wie The Hirsch Effekt durch die Clubhäuser zog. Umso mehr erstaunt die Bemerkung der Leipziger Volkszeitung, die Zen Zebra als „Studentenband“ herab stuft. Das klingt wie „Kellertruppe“, wie „Anfänger“, wie „Schüler-Combo“. Hat Zen Zebra durch zahlreiche Auftritte in Leipzig und bundesweit längst bewiesen, dass die Jungs professionell sind und zwei Jahre nach dem „MTV Rookie“-Gewinn als Zweitplatzierte samt Studioaufenthalt beim Independent-Produzenten Kurt Eberlhäuser endlich ihr langersehntes Debütalbum vorweisen können.

Dass sie vielleicht noch Studenten sind, erübrigt sich beim Betrachten des Gesamtbildes. Dabei raschelt der Szene-Blätterwald im Internet mit Begriffen wie „Nachwuchshoffnung“ (powermetal.de), „Maulkorbverteiler“ (laut.de), „Meister“ (motor.de). Auch zu recht, wie ich persönlich meine. Wenn eins der Band gut getan hat, dann die Zusammenarbeit mit Kurt Eberlhäuser. Er verordnete den Leipzigern nicht nur ein straffes Studioprogramm, er verlieh „Awaystation“ auch einen ausgewogenen und druckvollen Klang. Ruppige Rocker entfalten ihre Größe genauso wie ruhige Stücke.

Zen Zebra lässt frei nach Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) trotz der emotionalen Ausflüge von „himmelhoch jauchzend“ bis „zum Tode betrübt“ die Kirche im Dorf und zeigt in all ihren Songs handwerkliches Können, das sich mit internationalen Akteuren messen kann. Vor allem die erste Singleauskopplung „Lake Lauer“ beweist, welches glückliches Händchen Zen Zebra beim Songwriting hat. „Awaystation“ darf mit Fug und Recht mit anderen bekannt werdenden Musikern als Aushängeschild für eine lebendige und kunterbunte Musikszene gelten. Bessere Werbung nach Dark Suns‘ „Orange“, Nadine Maria Schmidts „Blaue Kanten“ und Gruppen wie Unloved, Disillusion, Safi gibt es derzeit für Leipzig nicht.

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