Lieder von Liebe und Tod: Sängerin Bobo spricht über ihre Leidenschaft deutsche Romantik

Bobo (Copyright: bobo-in-the-white-wooden-houses.de)

Bobo (Copyright: bobo-in-the-white-wooden-houses.de)

Mit Bobo In The White Wooden Houses wurde die zierliche Sängerin Bobo international bekannt. Das ist schon lange her, „Transparent“ war 2010 ein weiteres Lebenszeichen der beliebten Band. Bobo hat auch eine weitere Leidenschaft: die deutsche Romantik. Ein Interview von 2011 für die L-IZ.

2010 warst du mit den White Wooden Houses unterwegs, nun 2011 wieder dein Folklore-Projekt. Es gibt Stimmen, die Probleme haben mit Begriffen wie „deutsche Volksmusik“ oder „deutsche Romantik“. Was konkret ist so anders bei deinem Projekt „Lieder von Liebe und Tod“ als nur „Volksmusik“-Adaptionen zu schreiben?

Ja, ich weiß, Volkslieder sind in weiten Kreisen ja eher verpönt und man könnte fast meinen, man sollte das alles getrost vergessen. Viele finden Volklieder einfach nur altmodisch und manche sind es natürlich auch. Aber es gibt auch wunderschöne, die mit den Liedern anderer Länder mithalten können, die wir ohne Argwohn schön finden können. Mit unserem Instrumentarium präpariertes Klavier, Harmonium, Metallinstrumenten,Saxophon und oft schon balkan´esker Rhythmik (die mein Kompanion Sebastian Herzfeld im Blut hat) sind wir sowieso schon ganz weit weg vom Mainstream der Volksmusik. Unser Album ist eher eine Reminiszenz an die Sehnsucht und Leidenschaft der deutschen Romantik.

Mir fällt auf, dass europaweit ein Phänomen auftritt, wo Musiker wie Triakel sich mit alten Geschichten und Liedern auseinander zu setzen und neu vertonen. Was ist für dich so spannend, sich mit den alten Geschichten und Gedichten zu beschäftigen?

Ich liebe Poesie und viele alte Texte sind so gut geschrieben, dass sie selbst schon wie Musik sind. Wir haben versucht, das Zeitlose herauszufiltern, das Symbolische und Mythische.

Gibt es ein romantisches Gedicht, das dich aus den Socken haut, wo du sagst: Leute, lest es euch mal durch?

Nun, aus den Socken hauen kriegen wir wahrscheinlich nicht hin… spontan fällt mir gerade ein… „Liederseelen“ von Conrad Ferdinand Meyer.

Viele mögen die Interpretationen, die Du vertont hast – auch wegen deiner Stimme, aber wegen der Arrangements. Altes klingt völlig neu und faszinierend – Wie geht ihr an die Texte heran, wenn ihr sie vertont?

Das ist ganz unterschiedlich, oft bringt Sebastian fertige Kompostitionen mit, die wir dann zusammen arrangieren, andere Lieder sind völlig intuitiv entstanden. Neulich erst habe ich einfach ein Buch aufgeschlagen und das Gedicht, das da gerade stand, mit ihm gemeinsam improvisiert. Dann haben wir am nächsten Tag alles rausgehört und in Noten aufgeschrieben ..das hätten wir uns so wahrscheinlich nie ausdenken können, es ist einfach so entstanden, weil wir ganz frei dabei waren.

2011 soll neues über „Lieder von Liebe und Tod“ kommen: Was kannst du in Aussicht stellen?

Im Herbst wollen wir den Nachfolger von „Lieder von Liebe und Tod“ veröffentlichen. Es wird wieder eine Mischung aus Gedichtvertonungen und Volksliedern werden. Liebe und Tod sind noch die großen Themen, aber nicht mehr die einzigen, ich glaube, wir sind offener und humorvoller geworden.

Werden Leipziger in der naTo neue Lieder von dir zu hören bekommen?

Ja sicher!

Vorher bist Du bei Volly Tanner bei Walden am Montag. Dort wird auch der Leipziger Kulturbürgermeister Michael Faber sein. Als Nicht-Leipzigerin; was beschäftigt dich zur sächsischen Kulturpolitik und welche Fragen stellst du dir zu Leipzigs Kultur?

Oh, dazu kann ich leider wenig sagen. Ich weiß aber, dass ihr Leipziger sehr umtriebig seid… und Volly Tanner selbst bewegt ja viel in der Stadt. Nach dem Walden Abend weiß ich sicher mehr!

Was wünschst du dir persönlich vom schon angerissenen 2011?

Das Leben zu genießen!

In diesem Sinn. Vielen Dank für das Interview.

Mehr zu den Liedern von Liebe und Tod auf der offiziellen Homepage

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