Bobo In White Wooden Houses ist “Back On Stage“

Bobo (Copyright: bobo-in-the-white-wooden-houses.de)

Bobo (Copyright: bobo-in-the-white-wooden-houses.de)

Deutschlands einst erfolgreichster Indie-Pop-Export nach der Wiedervereinigung kommt wieder zurück auf die deutschen Bühnen. Und nach Leipzig. Hier begannen sie vor 19 Jahren ihren Ausflug auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Drei erfolgreiche Alben, Support bei MTV und Preise. Das alles scheint weit zurück liegen. Über zehn Jahre ist es her. Ja, fast zwanzig, wer großzügig rechnet. Seit 2004 ist Bobo mit einer neuen Band aktiv und veröffentlichte 2007 unter Eigenregie “Mental Radio“. Das Album ist ein tiefer Blick in die persönliche Welt von Christiane “Bobolina“ Hebold. Im Vorfeld ihres Auftritts in der Schaubühne Lindenfels sprach sie mit mir über die damals aktuelle Tour, über die Vergangenheit und die Zukunft. (Ein Artikel von 2009 für die L-IZ)

Hallo Christiane, wie geht es euch und vor allem dir?

Danke, sehr gut! Kannst ruhig Bobo zu mir sagen.

Ihr steckt sicher in den Vorbereitungen für eure kleine Tour durch Mitteldeutschland. Was veranlasst euch zu dieser kleinen Clubtour?

Der Anlass ist einfach die Lust am Spielen und unser neues Programm „Heart of mine“ Es wird eine Mixtur aus alten und neuen Songs sein, the best of „Bobo In White Wooden Houses“ sozusagen…

Ihr macht auch Stopp in Leipzig. Kannst du unseren Lesern erzählen, was dich mit dieser Stadt verbindet?

Ich erinnere mich an viele schöne Abende in Leipzig. Ich bin seit meiner Jugend immer wieder da gewesen, habe enge Freunde dort und es fühlt sich fast an wie: Zuhause.

Euer Comeback-Album “Mental Radio“ ist nun knapp zwei Jahre alt. Habt ihr neue Songs für das nächste Album auf dem Plan?

Wir werden spätestens im Sommer anfangen, ein neues Album aufzunehmen und live werden wir schon vieles davon spielen.

Zumindest mir ging es so, dass ich “Mental Radio“ überhaupt nicht wahr nahm. Woran – außer mir – kann das noch gelegen haben? Wie kam “Mental Radio“ bei euren Fans an?

Ja, da hast du recht. Die Promotion für das Album war eher schlicht. War vor allem eine Geldfrage. Ich habe das Album selbst produziert und hatte diesmal keine große Maschinerie dahinter, und so haben wir das Album größtenteils live und über unseren Versand unter die Leute gebracht.

In der Interviewvorbereitung beschäftigte ich mich auch mit deinen Projekten und Gastauftritten, u. a. bei Rammstein und Blank & Jones. Welche Gemeinsamkeiten verbindet dich mit diesen Künstlern?

Ich bin sehr gerne Gast bei anderen, wenn ich die Musik mag. Das macht immer Spaß. Aber dass Rammstein und Blank &Jones musikalisch nicht soviel gemeinsam haben, ist nicht zu überhören. B&J sind auf mich zugekommen, weil sie die Stimme von „Engel“ (Hit von „Rammstein“, Anm. d. Red.) haben wollten und inzwischen haben wir schon mehrere Songs aufgenommen, auch ihre neue Singe „Where you belong“.

Rammstein besteht ja zum Teil aus ehemaligen Feeling B.-Mitgliedern. “Die anderen Bands“ wie Feeling B. und Sandow sorgten gegen Ende der DDR für eine musikalische Aufbruchstimmung. Als ihr damals mit Bobo In White Wooden Houses angefangen habt, hatte euch dieser Aufbruch, die Freiheit mitgerissen, oder hattet ihr überhaupt keinen Bezug dazu?

Paul und Flake in allen Ehren, aber mit der Musik von Feeling B. hatte ich nichts am Hut. Ich habe einfach Songs geschrieben und meine Band zusammengesucht, just zur selben Zeit.

Wenn man sich auf die Zeitreise begibt und zurück in das Jahr 1992 katapultiert, fällt einem auf, dass Indierock /-pop um 1990 herum generell eine ziemlich erfolgreiche Sache war, die sich auch kommerziell bei MTV niederschlug. Wie gestaltet sich das Gefühl von damals, gerade mit euren drei Alben, im Rückblick?

Ach, ich habe gar kein richtigen Bezug mehr dazu. Erinnerungen ja, aber nichts, was noch groß von Bedeutung wäre.

Offenbar gab es damals ein großes (kommerzielles?) Interesse an euch seitens des Mediendschungels? Wie seid ihr damit umgegangen und hast/habt ihr (in der Neubesetzung) noch Affinitäten für einen kommerziellen Erfolg?

Right time, right place würde ich sagen! Damals haben natürlich alle in den Osten geschaut, alle waren in Aufbruchstimmung. Das Neue hat ja immer einen ungeheuren Reiz. Deine Frage, ob wir heute noch Affinitäten für einen kommerziellen Erfolg haben, lässt mich echt schmunzeln, denn jetzt wäre ist mir wichtiger denn je. Früher habe ich so was gar nicht beachtet.

Die Voraussetzungen für euren Neustart mit Bobo In White Wooden Houses sind gänzlich anders als damals 1990. Gibt es aber Parallelen oder ähnliche Ansätze, die mit euren Neustart und der damaligen Bandgründung vergleichbar sind? Gerade der Text von “Sister Sadness“ impliziert diese Fragestellung.

Oh, das ist interessant! Würde mich mal interessieren, was du da raushörst. Der Song ist eigentlich persönlich inspiriert. Die neue Besetzung der Band schlägt aber wirklich eine Brücke in die Vergangenheit, weil ja mein alter Bassist und Herzensfreund Lexa Schäfer wieder den Bass spielt. Die anderen beiden, Jan Stolterfoht und Christian Kohler sind neu dazugekommen. Und jetzt kommt ein neuer Teil der Reise!

Ziehe ich die Schlussfolgerung richtig, dass euer Album “Alaska“ (2001) noch immer nicht veröffentlicht ist? Warum?

Ach, das „Alaska“-Album war mein persönliches Waterloo. Schöne Songs, die mir immer noch viel bedeuten, deswegen habe ich auch „remote“ nochmal neu aufgenommen, aber ansonsten ist alles, aber auch alles, schief gelaufen.

Was sagst du den Fans, die nicht länger auf ein neues Album von euch warten können?

Kommt zu den Konzerten, Leute, wir freuen uns auf Euch!! Am 11. März spielen wir in der Leipziger Schaubühne, ein wundervoller Ort!!

Vielen Dank für deine Antworten. Ich hoffe, meine Fragen gehen ein wenig in die Tiefe und kratzen nicht an der Oberfläche. Vielleicht hast du/habt ihr ein paar Worte an eure Anhänger?

Vielen Dank an unsere treuen Fans, und an alle, die zu unseren Konzerten kommen! Unser neues Programm „Heart of Mine“ ist eine Reminiszenz an all das, was wir teilen.

Tschüss, viel Erfolg und Spaß bei eurer Clubtour und euren Aufnahmen zu dem neuen Album (davon gehe ich optimistischerweise aus).

Danke und viele Grüße, Daniel.

 

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