At The Skylines: The secrets to life

At The Skylines - The Secrets To Life - Artwork (Copyright: Roadrunner Records / Warner Music)
At The Skylines – The Secrets To Life – Artwork (Copyright: Roadrunner Records / Warner Music)

„Roadrunner Records“, seit 2006 der Heavy Metal-Arm von Warner Music. Was die Pressebetreuung angeht ist er inzwischen verdorrt. Auch das Geschick, Neuentdeckungen mit Langzeitwirkung auszubuddeln, scheint nach 25 Jahren mit dem Weggang von Monte Conner und dem personellen Schrumpfungsprozess bei einem der Wegbereiter des Heavy Metal in Europa und USA abhanden gekommen zu sein. Weswegen wird sonst der neueste Schuss ins Blaue namens „At The Skylines“ wohlfeil geboten? Aus Liebe zur Metalszene?

Wohl kaum. Zurück in die achtziger Jahre als „Roadrunner“ noch „Roadracer“ hieß und mit Acts wie Bulldozer aufwartete. Auch Truppenteile wie Agent Steel, S.O.D., Venom, Voivod und Whiplash prägten das damalige Bild. Da war Monte Conner noch nicht dabei. Mit ihm kam der Death Metal-Boom. Thrash- und Speed-Metal begleitete um 1990 meine Hörgewohnheiten. Für viele sogar die beste Zeit von Roadrunner Records. Aufbruch und so. Für mich auch. Höre ich heute die alten Scheiben, dann kommt das alte Gefühl wieder hoch. Neben Megaforce und Metal Blade selbstverständlich. Mit Thrash und Death Metal setzte das Label Maßstäbe.

Plötzlich waren Sepultura, Deicide, Obituary, Annihilator oder Suffocation dabei. King Diamond sowieso. Nebst bereits unbekannten Akteuren wie Cerebral Fix und  Exhorder schob Roadrunner wirklich das an, was heute noch viele als Heavy Metal verstehen. Bei Type O’Negative ging man noch mit. Ab Ende der Neunziger änderte sich das schwermetallische Bild. Mike Gitter sei Dank. Metalcore – eine Mischung aus Boygroup-Geheule und Hardcore Punk – wurde zum Trällertrinen-Trend. Es wurde fleißig als Metal verkauft. Mancher glaubt das auch. Roadrunner sei Dank. Als dann noch gewöhnliche Rockbands wie Nickelback hinzu kamen war es für viele Aus und Vorbei mit dem „Metallabel“. Dabei hatten auch achtbare Musiker wie die von Opeth und Porcupine Tree hier ihre (vorläufige) Heimat gefunden.

Aber was soll das Gejammere über die „gute alte Zeit“? Weil At The Skylines, das neueste Nonplusultra von Roadrunner, einen alten Thrash-Metal-Schriftzug imitiert. Aber keinen Thrash Metal liefert! Dafür plärrt nerviges Tussie-Geheule bei dem sich mir die Gedärme zusammen ziehen als bekäme ich ein Glas Gurkenwasser eingeflößt. Neu ist das Ganze auch nicht. Dabei liegt der Fokus bei europäischen Metalfans jetzt doch verstärkt bei der alten Schule des Metal. Und nicht bei Boygroup-Quatsch, bei dem die Musiker wie aus der Retorte mit bunt bedruckten Bildchen auf ihren Körpern und strubbeligen Frisuren daherkommen und seelenlosen Mist zusammen zimmern, der weismachen will, es handele sich um das nächste große Ding im Metal-Hades.

Gerade für euch, liebe Sängerknaben, soll Metal-Walhalla für Abfall wie „The secret of life“ für immer und ewig verschlossen bleiben. Ich will Monte Conner zurück. Und echten, ungebügelten, widerspenstigen Metal bei Roadrunner. Nicht das Zeug, das mir die Fußnägel aufrollen lässt. Verdammnis über euch, die Metal als Marketingstrategie verstehen und jeden Quark abfeiern, der aus dem stählernen Schlund gespien wird. Mag er noch so sauer sein. Metal war anders, ist es auch noch. At The Skylines ist es definitiv nicht. Monte Conner indes tat sich mit Nuclear Blast zusammen, um beim Metal noch zu retten was zu retten ist. Hoffentlich hat er dabei einen guten Riecher und ein glückliches Händchen.

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