Große Fußstapfen: „Further“ von Footsteps

"Further" ist seit Frühjahr 2012 erhältlich (Bild/Copyright: Footsteps)
„Further“ ist seit Frühjahr 2012 erhältlich (Bild/Copyright: Footsteps)

Wohin ist die Ästhetik der vergilbten 8-Millimeter-Filme verschwunden, die ein Woodstock-Festival erst so richtig lebendig macht? Heute muss alles so klar, sauber und bereinigt erscheinen. Das digitale Zeitalter – der große Gleichmacher. Dabei geht es anders. Röhrenverstärker angeschaltet, aufgedreht und raus mit dem Blues. Footsteps aus Torgau veröffentlichte jüngst ihr Zweitwerk „Further“.

Drei junge Männer gingen einfach in ein Studio, verbrachten ein paar Wochen drin und kamen mit langen Haaren und Vollbärten wieder heraus. Sie brachten ein Album mit, das wie ein mit Absinth gefülltes Glas grün glänzt und auf den Namen „Further“ hört. Zwei Wochen Arbeit, und schon hat Footsteps die Quintessenz des Bluesrock in ein Scheibchen gegossen. Das kann sich hören lassen.

„Further“ reist mit seinen Zuhörern wieder direkt in die Jahre 1967 bis 1969, als die Rockmusik gerade ihre Unschuld verlor, The Beatles beinahe Geschichte war, The Rolling Stones für Furore sorgte und neue Gruppen wie Cream, Black Sabbath, Led Zeppelin und Deep Purple Rockmusik ein neues Lebensgefühl einhauchten. Irgendwo dazwischen verortet sich Footsteps. Die drei Rocker treten in die Fußstapfen der ganz Großen in der Rock’n’Roll-Welt und haben keine Mühe, sie auszufüllen.

„Ich denke, das hängt stark mit unserer Sozialisierung zusammen. Wir sind mit dieser Musik aufgewachsen“, sagt Bassist Hendrik Herder zu Klang auf „Further“ in einem Interview, das er mir im Vorfeld der Veröffentlichung gab. Gereifter sind sie geworden, schreiben kompaktere und härtere Songs. Das tut dem Gesamtbild der Scheibe gut. Wenn auch „Härte“ im Bluesrock heute noch anders definiert wird, als bei den unzähligen Schwermetall-Barden.

Bei den laut röhrenden und stampfenden Rhythmen auf „Further“ bleibt die Schlaghose nicht still. Da muss sie einfach mit zappeln. Lieder wie „You better watch out“, „Space girl“ und „Trapped in the blues“ atmen die Zeit, als noch Schlaghosen, lange Haare, Karo-Hemden und Vollbärte angesagt waren. Erlebniswelten, die die Musiker nur vom Hörensagen, aus Videos sowie Plattensammlungen kennen lernten und auf „Further“ wieder beleben.

Footsteps ist eben eine Band, die auf die gute alte Schule steht. Ohne Schnickschnack und Umschweife brummen klare Ansagen aus den Boxen. Sowohl auf Konserve als auch im Konzertsaal. Das macht das Album so erfrischend und gut. Ich stelle es schon mal in eine Reihe neben Cream, Rory Gallagher, Black Sabbath, Deep Purple, Jimi Hendrix und und und.

„Further“ kann der geneigte Hörer entweder beim Konzert direkt aus den Händen von Footsteps erhalten oder über ihre Internetseite bestellen.

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