Komm ein bisschen näher: ByeBye spielt fünfkommafünf Lieder

ByeBye 2012 (Foto: ByeByeMusik.de)
ByeBye 2012 (Foto: ByeByeMusik.de)

Oliver Haas fiel den Leipziger Swimmingpool-Besuchern 2011 angenehm ins Auge und Ohr. Die Leipziger Konzertreihe liegt derzeit auf Eis, Oliver Haas dampfte seine Band ein und präsentiert mit seinem Kumpel Tim fünfkommafünf Lieder im Akustikgewand. Das Duett sagt von sich, dass sie noch zu jung für eine Biografie sind. Aber machen wir uns nichts vor: ByeBye ist bereits jetzt mehr als nur Musik für Abschiednehmende. Über Lebensläufe reden ganz andere.

„Fünfkommafünf Lieder“ ist das erste Lebenszeichen aus dem Studio der beiden Herren mit dem glücklichen Händchen für rund erzählte Geschichten, sanften und einschmeichelnden Melodien und eingängigen Refrains. Wie der Albumtitel schon sagt, befinden sich fünfeinhalb Lieder auf dem kurzen Scheibchen. Oliver und Tim schauen in ihren Stücken wie „Du siehst so gut aus“ und „Unklar“ unter den Lampenschirm, beschreiben erotische Szenen der Zweisamkeit, vielleicht auch Träume und Hoffnungen.

„Unklar“ hakt sich mit seiner einfühlsamen Sprache ins Hirn wie ein Blinker mit dem man Hechte angeln versucht. Es ist die Rede von der unerfüllten Liebe, dem körperlichen Gestus der Liebe so nah aber doch so weit weg zu sein. Lagerfeuerstimmung, oder die Stimmung wie eine dicke Decke um zwei Menschen gewickelt ist und der liebestolle Pfau seine Brille nicht finden kann und so näher an seine Begehrte heranrücken muss. Sonst kann er sie nicht in aller Schärfe sehen. Und schon macht es …, na was schon? Klick!

Die EP der zwei Leipziger macht auch „Klick!“. Nicht nur wegen der Texte. Es ist auch die Musik, die sich wie ein Wohnzimmerkonzert anfühlt, wo auf Couch und Kissen Mädchen lauschen und begeistert aufschreien wenn ein Song endet, oder im Takt mitklatschen und die Melodien mitsummen. Ist das Bild ein Klischee? Kaum, denn Tim und Olli reisten als Wohnzimmer-Duo bereits durch die Lande und wollen im Herbst wieder auf Tour in den guten Stuben der Republik sein. Im Gepäck jene fünfeinhalb Stücke, die nach einer großen Wiederholung brummen.

„Fünfkommafünf Lieder“ kann nur der bezaubernde Anfang einer langen Affäre sein, die nicht nur an der Leipziger „Sachsenbrücke“ bei kühlem Flaschenbier und einer großen Menge an jungen Leuten sommerlich enden sollte, sondern die beiden Leipziger Liedermacher immer weiter in die Höhen der Musikerliga von Udo Lindenberg, Stoppok, Juliane Neigel, Dirk Zöllner & Co. trägt. Warten wir’s ab, wohin der Südwind „ByeBye“ pustet. Zu hoffen wäre es „ByeBye“. Ich sage statt Tschüssi: „Hallo, freut mich euch zu kennen. Danke! Weiter so!“

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