Grabesklänge unter Druck: Vore packt den Todeshammer aus

Vore (Foto/Copyright AFM Records/Vore)

Vore (Foto/Copyright AFM Records/Vore)

Cannibal Corpse, Obituary, Incantation, Immolation und Suffocation kennt man ja als eingefleischter Death-Metal-Fan. Sie alle wurden Ende der achtziger und Anfang der neunziger Jahre mitten in der Death-Metal-Schwemme geboren. Ein Nachzügler erblickte erst 1994 das Licht der Welt. Vore nennt sich der Vierer aus Fayetteville im US-Bundesstaat Arkansas. „Gravehammer“ heißt sein neuestes Lebenszeichen.

Ich muss zugeben, mit der Band rechnete ich nicht. Trotz dass der Kern der Truppe ganz frühe musikalische Wurzeln in den späten Achtzigern besitzt, hat so mancher Europäer erst am Anfang des Milleniums erste Lebenszeichen von Vore vernommen. „Lord Of Storms“ und „Maleficus“ heißen die Veröffentlichungen, die 2001 und 2005 für kleine Aufmerksamkeitsschübe sorgten. Ein Demo und eine EP vernahmen womöglich nur Szenegänger, die ganz tief im Mulm graben. Zu Unrecht. Vore zelebriert eine Mischung aus Death Metal der alten Schule, der mit viel Gebrumm Geschichten über die Tiefen des Hades erzählt. Und natürlich alles, womit Death Metal in Verbindung gebracht wird – Tod, Verdammnis, Teufel.

Es ist wohltuend, dass Vore sich nicht dem Hochgeschwindigkeitsrausch hingibt, sondern Death Metal als das zelebriert was der Stil am Anfang gewesen war: Schwer, dumpf, düster und schleppend. Wie das Ding aus dem Sumpf überkommt der „Gravehammer“ all jene, die an frühe Cannibal Corpse Gefallen finden, an Asphyx, an Autopsy oder auch an Immolation, Monstrosity, Incubus und Incantation. „Gravehammer“ ist für Jäger der verlorenen Schätze eine Zeitreise. Für jene, die in der Musik tausend Brüche und vielerlei Finessen suchen, ist „Gravehammer“ ein altbackenes Stück Todesblei. Für mich persönlich ist „Gravehammer“ eine wunderbare Sammlung von brachialen und tonnenschweren Liedern, die genau das erreichen, was die Band will: Druck.

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