Panteras Nachfolger? Hellyeah mit „Band Of Brothers“

Hellyeah (Foto: Eleven Seven Music/EMI)

Hellyeah (Foto: Eleven Seven Music/EMI)

Auf meinem Schreibtisch stapeln sich die Promos. Oder besser gesagt auf meiner Festplatte. Inzwischen wird das meiste digital an die Journalisten versendet. So auch eine Scheibe von einer Band, die „Hellyeah“ heißt. Hinter dem Ausruf, der auch wie ein schmutziger Fluch des Erstaunens klingt, verbirgt sich eine Truppe aus Musikern, die mir früher schon über die Lauscher liefen.

Vinnie Paul ist jedem als Schlagzeuger von Pantera bekannt. Jene Band, die Anfang des Milleniums auseinanderbrach und wohl nie wieder zusammenfinden wird, weil ihr Gitarrist und Vinnies Bruder Dimebag Darrell 2004 auf einer Konzertbühne in den USA erschossen wurde. Vinnie Paul machte auch ohne Pantera weiter. Kommt nach Rebel Meets Rebel und Damageplan endlich ein würdiger Nachfolger von Pantera ums Eck gesprungen?

Hellyeah heißt Vinnies Projekt, das er seit 2006 langsam und stetig nach vorne treibt. Zwei Alben veröffentlichte der Fünfer über Epic Records, das selbstbetitelte Debüt „Hellyeah“ 2007 und „Stampede“ 2010. Am 13. Juli erscheint das Drittwerk „Band Of Brothers“. In Amerika bereits eine feste Größe in der Metalszene, muss sich Hellyeah in Europa einen Namen machen. Noch hat sich der Sound der Band nicht herumgesprochen, der so sehr nach Pantera klingt als ob der Bruch der 2003 aufgelösten Band nie stattfand. Wer genauer hinhört, bemerkt auch Mudvayne in den Venen von Hellyeah pulsieren. Ihr Sänger Chad Gray ist auch bei Mudvayne aktiv.

Heavy-Metal-Supergroup wird Hellyeah genannt. Aber nicht Lob und Kritik brachte die Truppe zueinander, sondern das gemeinsame Auf und Ab. Das soll der Albumtitel „Band Of Brothers“ symbolisieren. Das unterstreicht das Coverbild, das die fünf Unterarme der Bandmitglieder zeigt, die mit ihren Händen den Unterarm des anderen umgreifen. Das sieht kräftig aus, das sieht nach Einheit aus, nach einer echten Band und keinem x-beliebigen Projekt wie die Rock-Super-Group Audioslave, die bald nach Erscheinen wieder auseinander brach.

Bei den Hellyeahs geht es solider zur Sache. Wuchtige Gitarrenriffs der Marke Dimebag Darrell und der von Chad Gray bekannte Gesangsstil zeigen eine Band, die es versteht kräftig zuzupacken. Während die ersten beiden Alben noch etwas unentschlossen nach Rock und irgendwas anderes klangen, wurde die Melange aus Pantera und Mudvayne auf „Band Of Brothers“ schlüssiger in Noten gepackt.  Kurz gesagt: Metal! Sagt die Band selbst über sich mehr oder weniger. Das stimmt auch. Kostgänger amerikanischen Stahls bemerken auch den mit einem Spritzer Rock’n’Roll angereicherten Sound, der bei den Country beeinflussten Balladen zum Tragen kommt. Oder bei dem einen oder anderen Groove-Monster wie „Why Does It Always“.

Es würde mich also nicht wundern, wenn Hellyeah 2013 auf dem With Full Force auftritt. Aber dann nicht im Nachmittagsprogramm, sondern ins späte Vorabendprogramm bitteschön. Bei einem so flüssigen und schlüssigen Album wie „Band Of Brothers“ ist das nicht anders zu erwarten. Sehr gern würde ich auch an dieser Stelle ein schickes Video vorstellen. Aber die GEMA hat dazu niemandem im Tal der ahnungslosen Deutschen die Rechte eingeräumt, es öffentlich zu zeigen. Nicht einmal auf der bandeigenen Homepage gelingt das Betrachten der Single „Band Of Brothers“. Aber auf der Band-Homepage kann man die Titel hören, bei einem großen internationalen Online-Anbieter gibt es das Album für 9,99 Euro zu kaufen. Wenn das mal nichts ist?

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