With Full Force im Rückspiegel: Killswitch Engage führt das Festival an

Am ersten Tag ein Gespräch mit dem Gitarristen von Killswitch Engage, Joel Stroetzel, über die Fifa-WM, die Rückkehr von Sänger Howard Jones und ihre Pläne für ihr kommendes Album. Erste Impressionen vom Festival vor den Toren der Stadt gibts natürlich auch. Ein Artikel vom 3. Juli 2010 für die Leipziger Internet Zeitung.

Killswitch Engage sind schon über zehn Jahre umtriebig, haben mit Alben wie „The End Of Heartache“ und „Alive Or Just Breathing“ beachtenswerte Erfolgswerke veröffentlicht, die von Metalfans inzwischen auch geliebt werden. Denn trotz dass die Band neben anderen Metalcore-Bands vom „waschechten“ Metaller als „Metalcore“ geschmäht wird, haben Killswitch Engage doch eine kräftige Schlagseite zum typischen „Heavy Metal“.

„Metalcore“ ist einmal mehr mal weniger melodisches Gemisch aus Hardcore Punk und Heavy Metal, das eben seit zehn Jahren auf einer Erfolgsschwelle schwimmt. „Killswitch Engage“ haben aber den Überschwang zu „klassischen“ Metallklängen erreicht, waren auf ihrem 2009 erschienenen, nach dem Bandamen genannte Album sehr melodisch geworden. Zu sehr?

Ob Stroetzel als Fan von melodischem Classic Rock seinen Teil dazu beigetragen hat? Als Rhythmusgitarrist wohl eher unwahrscheinlich. Sorgt er doch für das härtere Grundrauschen bei der beliebten Formation.

Die musikalische Ausrichtung soll 2011 anders werden. Nach ihrem Abstecher in Deutschland soll es im Herbst ins Studio gehen, wo sie Stroetzels Bekunden nach wieder „Back To The Roots“ gehen wollen. Das heißt härter und rauer. „Wir werden wieder Riff betonter arbeiten, und zurück zu den härteren Wurzeln unserer Musik gehen,“ verkündet Stroetzel nicht ohne Freude. Anscheinend juckt es ihm schon in den Fingern, dass es endlich wieder härter wird.

Auf das With Full Force ist die Band laut ihrem Plattenlabel „Roadrunner“ schon in der Nacht vom Donnerstag zum Freitag angekommen. Stroetzel, der lockige und bärtige Gitarrist ist erwartungsgemäß erfreut über seine Ankunft in Deutschland. Hat man hier doch ein treues Publikum. „Es ist immer wieder schön hier in Deutschland zu spielen. Wir haben die Tage gerade ein paar Clubshows gespielt. Alles lief großartig.“ Und wie großartig es lief. Die Band räumte als Headliner am ersten „With Full Force“ – Tag ab. Genoss aber auch vorher die Fifa-Fußball-WM, die der zottelige Gitarrist sich lieber auf der Couch anschaut. „Selbst mache ich keinen Sport. Ich hänge am liebsten ab und trinke bei TV-Sportübertragungen ein Bierchen.“

Lieber verausgabt er sich mit der Band auf der Bühne und offeriert ein Best Of – Programm von „Killswitch Engage“ auf dem With Full Force: „Wir werden von jedem Album ein bis zwei Songs spielen und keinen Schwerpunkt auf unser letztes Album legen. Wir haben schon vor einigen Jahren hier gespielt, was auch schon sehr gut für uns lief. Großartige Zeit!“

Und wirklich: Das Konzert von „Killswitch Engage“ vor Ort kommt gut an. Die Band findet nach fünfminütiger Verspätung auf die Bühne. Ob es am kleinen Interview gelegen hat? Der nach seiner rätselhaften Auszeit zurück gekehrte Sänger Howard Jones lässt seine Muskeln spielen, ist gut bei Stimme und findet Zeit, sich auch mal auszuruhen, wenn der zweite Gitarrist Adam Dutkiewicz seiner Kehle die für Hardcore Punk typischen Schreie entlockt. Jones hingegen ist eher der gelassene Mann für die melodischen Sangesübungen, läuft aber auch wie ein gehetztes Tier über die Bühne und versucht die Fans zu animieren.

Wie und warum Sänger Jones genau die Band kurzzeitig und überraschend verließ, will die Band auch im Gespräch nicht preisgeben. Anscheinend liegen hier private Gründe vor, über die keiner so gerne reden möchte. Als Howard Jones „Germany!!!“ hören will, bleibt das Publikum zunächst verhalten. Das Fußball WM-Spiel gegen Argentinien läuft doch erst Samstag? Nur Dutkiewicz kann die Fans zu „Deutschland-Deutschland“-Fangesängen einstimmen, so dass „Killswitch Engage“ doch ihren Draht zum Publikum bekommen und ein umjubeltes Konzert zum ersten Festivaltag bieten.

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