With Full Force im Rückspiegel: Definitiv nichts für Weicheier – 26.000 Besucher und ein Haufen Bands

Es ist das zweitgrößte Heavy Metal-Festival nach dem Wacken Open Air in Deutschland. Seit sechzehn Jahren gehört das With Full Force-Festival in Roitzschjora zur Metal-Szene, wie das Amen in .. na lassen wir das. Am vergangenen Juli-Wochenende vom 3. – 5. Juli feierten 26.000 Besucher bei bombigem Sommerwetter Gruppen wie „Motörhead“, „Social Distortion“, Stephan Weidner und „Carcass“. Ein Artikel vom 6. Juli 2009 für die Leipziger Internet Zeitung.

Schon allein über den Vorverkauf kamen 25.000 Tickets an ihre Besitzer. Für das Drumherum wie die Verpflegung, Sicherheit und Hygiene sorgten rund 1.200 Mitarbeiter, wozu laut Geschäftsführer Roland Ritter auch die Standbesitzer mit ihrem Personal zählen. Allein für die beiden Bühnen (es gibt eine von einem Zelt überdachte Bühne und eine offene Bühne für die großen und beliebtesten Künstler) benötigte man 150 Mitarbeiter. Dazu zählen Licht- und Tontechniker ebenso wie Leute, die die Umbauten bewerkstelligen.

Für die 26.000 Besucher wurden von den Veranstaltern 220 Dixi-Toiletten plus Dusch- und Toilettencontainer aufgestellt. Auf dem Festivalgelände hatte man für die Herren, die es mal schnell mögen, extra Gelegenheiten geschaffen, sich vom Bier zu erleichtern. Doch es wurde von vielen Gästen beklagt, dass die Zahl der kostenlosen Waschstellen auf dem Zeltplatz extrem gering war. Wie immer gab es natürlich eine Sero-Annahmestelle, wo die Gäste ihren gesammelten Müll in einem vom Force-Team spendierten Müllsack im Umtausch für einen WFF-Sampler abgeben konnten.

Bereits in der Nacht vom Mittwoch zum Donnerstag trafen die ersten Fans ein. Bemerkenswert war aber auch, dass schon am Sonntag viele Leute wieder abreisten. Grund? Mörderische Hitze auf Deutschlands staubigstem Acker. Für einige endete die lange Party nicht im Party-Zelt sondern im Sanitäter-Bereich. Sie wurden vor allem wegen Hitzestich, Sonnenbrand und Insektenbissen behandelt. Brüche und heftigere Vorkommnisse gab es auch, sind aber im Vergleich zu den Vorjahren nicht so häufig aufgetreten. Grund dafür die erbarmungslose Hitze, die viele Besucher sehr vorsichtig werden ließ.

Leider verstarb im Vorfeld des Festivals eine junge Frau (23) in ihrem Zelt. Sie wurde dort am Freitagvormittag von ihren Freundinnen aufgefunden. Das ist der erste Todesfall im Rahmen des With Full Force, das seit 16 Jahren in Zwickau, beziehungsweise in Roitzschjora existiert. Eine Todesursache steht noch nicht fest. Die zuständige Polizeibehörde wartet auf den gerichtsmedizinischen Bericht (später wurde bekannt, dass laut Leipziger Staatsanwaltschaft Tod durch Ersticken aufgrund toxischer Gase – vermutlich Kohlenmonoxid durch herabsinkender Gase aus dem nebenstehenden Grill – in Frage kam, Anm. d. Verf.). Der Vorfall überschattete das Festival, so dass die Fans auch sorgsamer miteinander umgingen.

Aber viele feierten ausgelassen ihre Lieblingsgruppen. Beliebteste Bands waren diesmal auf dem Festival die amerikanischen Schwermetaller, wie „Mastodon“, „Static-X“ „Devil Driver“ und „Soulfly“. Aber auch Newcomer wie „Deadlock“ und „Myra“ aus Leipzig sowie gestandene Helden wie „Motörhead“, „Social Distortion“ und Stephan Weidner (ehemals „Böhse Onkelz“) räumten gehörig ab. Sogar die Comedy-Truppe „Elsterglanz“ versammelte eine beträchtliche Menge schaulustiger Leute vor die große Hauptbühne.

Ausschreitungen und Ärgernisse gab es auch in diesem Jahr keine. Auch wenn die Fans beim Feiern oft zu sehr Gas gaben, so tat man das in einem Maß, dass niemand davon belästigt wurde. Man beließ es beim Musik genießen und Party machen. Gerüchte, dass das Festival eventuell umzieht, bestätigen sich nicht. Man denkt eher über eine Kapazitätenvergrößerung im Camping-Bereich nach, aufgrund der beständig wachsenden Besucherzahlen.

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