Soulfly im Rückspiegel: Cavalera Conspiracy mit neuem Album im Anmarsch

So mancher fragt sich, warum Max Cavalera in zwei Bands spielt, die nahezu identisch klingen. Der brasilianische Musiker und ehemaliger Frontmann der Metalband Sepultura hat erst 2010 mit seiner Kapelle Soulfly gezeigt, wo der metallne Haken hängt. Nun setzt er mit Cavalera Conspiracy einen drauf. Ein Artikel vom 13. März 2011 für die Leipziger Internet Zeitung.

Als Max Cavalera sich mit seinem Bruder Iggor zusammentat, als dieser vor einigen Jahren Sepultura ebenfalls verließ, war die Metalpresse interessiert. Was wird dem „Bob Marley des Metal“ jetzt einfallen? Kommt eine Scheibe, ähnlich derer, die die Brüder zuletzt mit „Roots“ 1996 mit Sepultura zockten, oder kommt etwas ganz anderes. Ein wenig enttäuscht blickte so mancher Kritiker doch schon in die Runde, als man auf dem ersten Cavalera Conspiracy-Album namens „Inflikted“ Thrash Metal hört, der wie ein Vorschlaghammer dumpf in die Magengrube schlägt.

Die Ähnlichkeiten zwischen den jüngsten Veröffentlichungen aus dem Hause Soulfly und Cavalera Conspiracy sind deutlich hörbar. Ist mit Marc Rizzo eben jener Soulfly-Gitarrist dabei, der für das musikalische Gesicht jener Band sorgt. Max Cavalera ist sowieso bei beiden Bands tonangebend, klar dass sich Iggor Cavalera gerne fügt. Während der ehemalige Sepultura-Schlagzeuger das so genannte „Tribal-Drumming“ in die Metalszene einbrachte, also buschtrommel-artige Klänge und so für einen eigentümlichen Sound sorgte, bleibt von der einst als innovativ angesehenen Technik bei Cavalera Conspiracy nichts übrig.

So spielt „Blunt Force Trauma“ viel eher mit den alten Klängen aus den Achtziger Jahren, lässt vor allem die Wucht und die Gitarrentechnik aufhorchen. Titel wie „I Speak Hate“, „Torture“, „Lynch Mob“, „Rasputin“, „Warlord“, „Burn Waco“ und „Thrasher“ sprechen ihre eigene Sprache – hier dreht sich alles um die dunklen Seiten der Menschheit, Gewalt und Krieg. Klar, dass hier keine melodiösen Hardrock-Songs präsentiert werden. Doch Marc Rizzo veredelt „Blunt Force Trauma“ alleine durch seine Gitarrenarbeit aus modernen Techniken, alten Rückgriffen auf die „gute alte Zeit“ des Thrash Metal. Das heißt fiepende Soli, kreischende Riffs und immer mehr kleine Details, die „Blunt Force Trauma“ zu einem wuchtigen Statement machen, das streckenweise mehr nach Soulfly klingt als Soulfly selbst.

Diese Ähnlichkeiten werden Fans von Dreadlocke-Träger Max Cavalera mit Sicherheit wohlwollend zur Kenntnis nehmen, ist es doch eigentlich egal, unter welchem Bandnamen er gerade seine Platten aufnimmt. Der gemütliche Mann ist gerade auf dem ultimativen Retro-Trip und haut mit „Blunt Force Trauma“ ein elf Songs umfassendes und in 34 Minuten gegossenes Stahlmantelgeschoss heraus. Die Gefahr der Wiederholung besteht schon seit einiger Zeit bei Cavalera. Nun darf man durchaus gespannt sein, was seine und Iggors ex-Kollegen von Sepultura dieses Jahr aus dem Presswerk drehen. Wieder ein verkopftes Literatur-Metalwerk wie die „Clockwork Orange“-Hommage „A-Lex“, oder wie es bereits jetzt durchsickert, ein Oldschool-Thrashmetal-Werk in der Art des 1989er Durchbruchalbums „Beneath The Remains“?

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