Soulfly im Rückspiegel: Ein Konzertbericht vom 22. August 2008 im Hellraiser

Max Cavalera von Soulfly (Foto: Daniel Thalheim)

Max Cavalera von Soulfly (Foto: Daniel Thalheim)

Der Name Soulfly ist eng mit Max Cavalera verbunden. Seit seinem Weggang von der brasilianischen Thrash-Formation Sepultura vor knapp zwölf Jahren, stieg der Erfolg für Soulfly so stark an, wie der Erfolg für Sepultura abnahm. Nun spielte Max mal wieder in Leipzig, ein Bericht mitten aus dem Konzert. Ein Artikel vom 29. August 2009 für die Leipziger Internet Zeitung.

Das liegt wohl auch daran, dass Max Cavalera das musikalische Konzept von „Roots“ (dem letzten Sepultura-Album mit Max) bei der Nachfolgeband ausbaute. Das heißt ein ‚Mehr‘ an ethnologischen Musikeinsprengseln; Metal-Weltmusik für weltoffene Hörer. Seit Jahren ist die Band Stammgast auf Festivals in ganz Europa, doch nun traut sich Soulfly mit ihrem neuen Album „Conquer“ zurück in die Clubs.

Wann haben Soulfly das letzte Mal eine richtige Clubtour gemacht? Sonst nur auf Festivals vertreten, schiebt die brasilianische Samba-Metalband mitten in der Festivalsaison einfach so ein paar Club-Gigs ein. Ergebnis ist ein ausverkaufter Hellraiser. Die Nachfrage nach der Ausnahmeband scheint nicht abzubrechen, obwohl sie fast alljährlich deutsche Bühnen entern. Natürlich hat Soulfly ein neues (und bärenstarkes) Album („Conquer“) in petto, aber die heute gespielte Show deckt sämtliche Bandperioden ab. Und bis vor kurzem war zumindest für mich ein Geheimnis, dass die Münchener Tenside als Support auftreten.

Gitarrengott aus Amerika: Marc Rizzo von Soulfly (Foto: Daniel Thalheim)

Gitarrengott aus Amerika: Marc Rizzo von Soulfly (Foto: Daniel Thalheim)

Musikalisch ist Tenside von Soulfly gar nicht so weit entfernt. Die feschen Bayern zocken groovigen Metal der modernen Machart, verfeinert mit etwas Thrash und Death Metal. Das heißt also tiefer gelegte Rhythmen, die in den Kopf und in die Beine gehen. Die Symphaticos punkten nicht nur musikalisch, sie ziehen einen großen Teil der Anwesenden an sich, fordern sie sogar zum Teil zu einer ziemlich gelungenen Wall Of Death auf und grooven in der runden Dreiviertelstunde Spielzeit das Publikum so gut ein, dass Soulfly in vertrauten Klimaverhältnissen auftreten können.

Brasilianisches Klima in Leipzig. Soulfly war schon seit dem Vormittag im Hellraiser und Max Cavalera bekennt sich angesichts der vom Veranstalter Wito angefertigten Wandmalereien als glühender Luis Rojo-Fan. Max Cavalera ist auch sonst ein umgänglicher Typ, so dass nicht nur Wito in allen Tönen von dem Frontmann schwärmt.

Soulfly bietet nach einer langen Umbaupause innerhalb von ca. 75 Minuten ein Best-Of Programm. Der Einstieg erfolgt natürlich mit dem umjubelten „Blood.Fire.War.Hate.“ und geht in ein sauber und solide vorgetragenes Programm über, wo Standards wie „Babylon“, „Eye For An Eye“, „Jump Da Fuck Up“, „Back To The Primitive“, „Prophecy“ neben neuen Songs wie „Unleash“ und den Sepultura-Klassikern „Beneath The Remains / Dead Embryonic Cells“ und „Refuse / Resist“ in das Auditorium hämmern.
Zwischendurch zockt die Band die Klänge von „Creeping Death“ und „Raining Blood“, begeistert mit dem Aufruf zu einem Mosh Pit und einer Wall Of Death und freut sich über die proppevolle Halle, die tropischen Temperaturen (wie zu Hause) und die zahlreichen Crowd-Surfer. Zwischendurch kommen zwei obligatorische Akustik-Passagen zum Luftholen und Pause machen.

Dennoch zeigt sich trotz aller Spielfreude immer die all bekannte Routine, die von sympathischen ‚Ansagen‘ von Max („Hallo Leeeiiippppziiiig!!!“, „Leeeeiiiippppziiiig, I wanna see your hääänds!!!“) aufgelockert wird. Auch wenn die Massen die Band frenetisch abfeiern, schweißtriefende und glückliche, gelöste Menschen hinterlassen, so ist doch die Band in ihrem Stil und Aussage gefangen aus der sie nur schwer ausbrechen kann. Sepultura-Reunion, ick hör dir trapsen.

Die Fans sind außer sich im Leipziger Hellraiser (Foto: Daniel Thalheim)

Die Fans sind außer sich im Leipziger Hellraiser (Foto: Daniel Thalheim)

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