Neun Welten im Rückspiegel: Meinolf und Aline im Interview

Neun Welten (Foto: neunwelten.com)

Neun Welten (Foto: neunwelten.com)

Am 4. März gaben die Leipziger Folker von Neun Welten im KranWerk Naunhof ein Konzert. „Destrunken“ heißt ihr neuestes Werk, ein neues ist noch nicht in Sicht. Aber den Auftritt von Neun Welten beim Wave Gotik Treffen im Heidnischen Dorf können sich auch Leipziger ohne WGT-Karte geben. Ansonsten heißt es spielen, spielen, spielen. Aline und Meinolf erzählen von Neun Welten. Ein Artikel vom 1. März 2011.

Nach langer Bühnenabstinenz seid ihr gleich zweimal hintereinander im Villakeller und in Naunhof zu sehen (gewesen). Man sieht euch generell selten live, … woran liegt das?

Aline: Wir haben zusätzlich sogar noch in Berlin in der Wabe, zusammen mit den Fauns gespielt. Vor diesen zwei bzw. drei Konzerten hatten wir nach vielen Jahren Live-Spiel eine lange Pause eingelegt. Nach unseren zwei Touren im Herbst 2007 wollten wir unsere ganze Aufmerksamkeit und Energie auf die Produktion des letzten Albums „Destrunken“ richten und wie das oft so ist, zog sich das recht lang hin. Anschließend kam es zum Ausscheiden zwei unserer Mitglieder, unserer Flötistin Anja und unserem Schlagzeuger Marten. Aus Zeitgründen mussten sie uns schweren Herzens verlassen und wir machten uns auf die Suche nach guten Musikern, die uns für kommende Live-Auftritte unterstützen sollten. Alles in allem, ging die Zeit dadurch sehr schnell rum und drei Jahre waren vorbei.

Meinolf: Zudem sind wir einfach nicht so berühmt, dass es sich für viele Veranstalter rein rechnerisch lohnt, uns zu sich zu holen, zumal auch die Szene zu klein ist, so dass man wenig Möglichkeiten hat, mit anderen Bands zusammen zu spielen. Wir zielen aber darauf hin, im Herbst wieder eine Tour mit anderen Szene-Bands zu machen.

Euer jüngstes Studioalbum „Destrunken“ liegt schon zwei Jahre zurück. Wie sind bisher die Reaktionen auf eurer Werk ausgefallen?
Aline: Die Reaktionen auf das Album waren durchweg sehr positiv, was uns enorm freute und uns nach dieser langen Schaffenszeit die nötige Motivation für Kommendes gab! Das war sehr wichtig für uns und half uns auch, selbst nach dem Aussteigen zweier sehr geschätzter und wichtiger Mitglieder für die Band, den Mut nich zu verlieren. Inzwischen haben wir sogar auf zwei verschiedenen Compilation jeweils einen völlig neuen und exklusiven Song veröffentlicht. Einmal auf der von Auerbach (Prophecy) herausgebrachten und wunderschönen „Whom the moon a nightsong sings“-Compilation und auf einem echten Liebhaberstück, der „Maere-Compilation“.
Meinolf: Wir sind selbst sehr stolz und zufrieden mit „Destrunken“. Die lange Arbeit hat sich gelohnt und wir haben unseren Stil entwickeln können. Auch das schön gestaltete Cover des französischen Künstlers Fursy hat viel Aufmerksamkeit erregt und spiegelt wunderbar das wieder, was wir mit unseren Liedern ausdrücken wollen.
Was ist euch bei den Reaktionen am stärksten aufgefallen, wenn es um die Definition eurer Musik geht?
Aline: Dass sie sehr schwer zu definieren ist (Lächelt). Es ist wirklich nicht leicht, unsere Musik anhand bestehender musikalischer Kategorien zu beschreiben.
Meinolf: Das merkt auch die Presse und umschreibt lieber die Musik, als sie zu definieren. Manchmal steckt man uns dennoch ins Mittelalter- oder Neofolk-Genre, was wir nicht nachvollziehen können. Das liegt sicher eher an einer fehlenden Schublade.

Mittelaltermusik macht ihr nicht, gängige (Neo)-Folk-Muster folgt ihr auch nicht und Folklore im Sinne von Volksmusik ist auch fehl am Platz bei euren Klängen. Lässt sich eure Musik überhaupt in ein Genre hundertprozentig einordnen?

Aline: Ja, genau..das habe ich oben schon damit ansprechen wollen. Es gibt sicher viele Bands, die sich mit bestehenden Kategorien schwer tun. Auch wir haben das über die ganzen Jahre am eigenen Leib feststellen müssen, z. B. auch bei Konzert- oder Festivalbewerbungen für bestimmte Genre. Es ist eben so gar nicht leicht für uns, weil wir nirgends so hndertprozentig in die für ein Genre typische Musik passen.
Meinolf: Man müsste eben wieder etwas neues definieren wie Darkfolk oder naturmystischer Folk. Es geht ja schon Richtung Folk (nicht im Volksmusik-Sinne), aber eben nicht richtig. Wir lassen uns davon aber nicht beeinflussen. Wir machen einfach die Musik, die wir fühlen, die uns gefällt und erfüllt und richten uns nicht nach irgendwelchen Genres. Es ist auch sehr reizvoll Musik zu schaffen, die sich nicht so recht einordnen lassen will. Eine Art musikalischer Anarchismus.
Wenn ihr es euch aussuchen könntet, was wäre der beste Ort für ein Neun-Welten-Konzert?
Meinolf: Auf einer Lichtung nachts im Wald.
Aline: Das Schauspielhaus in Leipzig würde mir da spontan einfallen oder auch generell andere Theatersäle…das wäre ein Traum.
Nach den Aktivitäten für das beginnende Jahr 2011, habt ihr weitere Pläne für die kommenden Monate auf das eure Fans gespannt sein dürfen?
Meinolf: Wir werden auf jeden Fall an neuen Liedern arbeiten. Da existieren schon viele experimentelle Ideen. Dann werden wir zum WGT im heidnischen Dorf spielen und planen wie schon erwähnt eine Tour im Herbst. Ein paar weitere Auftritte könnten noch folgen, sind aber noch nicht ganz sicher. Unsere Fans können sich aber ab sofort über neues Merchandise freuen, dass über unsere Myspace-Seite und unser Label Prophecy Productions erhältlich ist.
Bis zu euren Konzerten, ihr zwei. Danke für das Interview. Das Wave Gotik Treffen steht vor der Tür.
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