Alcest im Rückspiegel: Hoffnungsvolle Wintermusik mitten im Frühling mit „Le Secret“

Neige und Winterhalter waren erst vergangenes Jahr mit ihrer Band beim Leipziger Wave Gotik Treffen im Centraltheater zu Gast. Alcest heißt die beiden zusammen. Die Band kommt aus Frankreich und verschreibt sich seit Jahren der verträumten Anderswelt. Fernab der heutigen Realität verzaubern die Klänge nicht wenige Leute. Auch in Leipzig wächst der Zuspruch. Nun kommt etwas „Neues“. Ein Artikel von 2011 für die Leipziger Internet Zeitung.

Ein Jahr nach dem versöhnlich klingenden Opus der Nacht „Écailles De Lune“ veröffentlicht die französische Band um Neige und Winterhalter ihre längst vergriffene Debüt-EP über das deutsche Label Prophecy Records/Lupus Lounge. „Le Secret“ umfasst eigentlich zwei Stücke, erscheint aber in der Neufassung mit neu eingespielten Songs „Le Secret“ und „Elevation“. Schon allein diese beiden Stücke nehmen 30 Minuten Zeit in Anspruch: das heißt Epos mit Tempo.

Plattenjäger der ersten Stunde können sich also glücklich schätzen, dieses Mini-Album im Original in den Händen zu halten, ist die in 1.000er Auflage veröffentlichte Scheibe noch vor Erscheinen der Debüt-LP „Souvenirs D’un Autre Monde“ in den privaten Plattensammlungen verschwunden. Umso erfreulicher nun auch für die wachsende Anhängerschar, dass jene EP wieder veröffentlicht wird. Schon damals konnten Musikfreunde hören, auf was Alcest heute noch bauen: Euphorie und Nostalgie gepaart mit der Sanftheit von Folklore und der Härte von Black Metal.

Neige lebt in seinen Texten in seiner Anderswelt von gelebten Erfahrungen und Erinnerungen von ganz ganz weit her. Konzeptionell spannt die frühe Veröffentlichung den Bogen, der für die beiden bisher erschienenen Alcest-Werke maßgeblich ist und weiterhin sein wird. Beides, Musik und Texte sind nach der Auflösung von der Vorgängergruppe Amesoeurs erstmals Medium für Neige, um seine frühkindlichen esoterischen Erfahrungen zu kanalisieren und kommunizieren, weiß der Infotext zum Album zu berichten.

Alcest veröffentlichen mit „Le Secret“ nicht einfach so alte Klänge, die für die heutige Band nicht mehr repräsentativ sind. Frontmann, Texter und Liedermacher Neige hat sich vielmehr seinen langjährigen Traum erfüllt, diese für ihn persönlich so bedeutsamen und für Alcest so grundlegenden Lieder gänzlich neu einzuspielen und sie somit seinen gereiften Ansprüchen anzupassen. Die Original-Aufnahmen von 2005 sind dennoch gleichwertiger Bestandteil der vorliegenden Neuausgabe und geben den Blick auf die gar nicht so weit zurück liegenden Anfangstage von Alcest frei. „Le Secret“ ist so die kleine Bonusbombe für nachtverliebte Szenegänger, die etwas mehr suchen als nur den ruppigen Polka-Klang aus einer manchmal festgefahren wirkenden Metal-Szene.

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