Überfüllte Parkbühne: Alexander Veljanov bringt das WGT-Publikum zum Träumen

Alexander Veljanov ist berühmt für seine Turmfrisur und seiner großen Stimme bei der deutschen Darkwave-Combo „Deine Lakaien“. Dass er solo auch etwas drauf hat, konnten seine Anhänger in Leipzig beim 19. Wave Gotik Treffen erleben, als er mit seiner Band in der lauschigen Parkbühne im Clara-Zetkin-Park am Samstag auftrat. Emotionale Pop-Perlen in Moll hieß es da. Ein Artikel vom 23. Mai 2010 für die L-IZ.

„Eigentlich ist heute so gut wie nichts los gewesen“, sagt eine Besucherin lakonisch zu ihrem Freund, der gerade kurz vor dem Auftritt des Sängers von „Deine Lakaien“, Alexander Veljanov angekommen war. Erst jetzt sei es so voll geworden. Kein Wunder. Ist der kleine große Mann doch eine Legende in der Szene und sein Auftritt ist eins der wenigen Highlights am WGT-Samstag.

„Porta Macedonia“ heißt das neue Album von Veljanov, der bereits im Winter 2009 das Werk live in Leipzig vorgestellt hat. Nun ist die Stimme aus Mazedonien wieder zurück und begeistert seine Anhänger mit seiner einstündigen Solo-Show. Sofern man den singenden Winzling überhaupt zu sehen bekommt – man muss sich schon anstrengen, um zwischen den Lücken im Wald aus Perücken, Zylindern und Hüten den charismatischen Sänger zu erspähen. Wer das Pech hat, zwischen den zahlreichen Fans eingekeilt zu sein, muss sich mit den tanzenden Lichtkegeln der Lichtshow begnügen und sich bei der Songzeile „Wo bist Du hin …?“ genau dieselbe Frage stellen. Ganz Kluge haben sich bei dem leicht abschüssigen Parkbühne-Gelände an die Getränketheke gestellt. So können sie von der Seite den Ausnahmesänger ohne störende Kopfbedeckungen oder Turmfrisuren sichten und das Konzert auch optisch voll genießen.

Doch auch wenn ihn nicht jeder sehen kann, oder nur, wenn er auf dem eigens auf der Bühne aufgestellten Barhocker thront – der mit großem Jubel empfangene Entertainer mit der dunklen Aura zieht jeden der Gäste mit den ruhigen, dämmerigen Stücken in seinen Bann. Veljanov klagt, seufzt und stöhnt seine Lieder durch die Boxen. Er dirigiert das Publikum, zeichnet während seiner einstündigen Performance mit dem Finger immer wieder geometrische Figuren in die Luft.

„Du bist nicht verloren“, singt er im vollem Brustton der Überzeugung und neben all den besungenen Verlusten und Schmerzen klingt auch Hoffnung an. Live klingt das Ganze noch um einiges spannender als auf der Platte, man kann heraushören, wie vielschichtig die Elektro-Arrangements tatsächlich sind. Veljanov überzeugt. Die Fans sehen das genauso und applaudieren und jubeln bei jedem Song – auch wenn sich der Eine oder Andere durchaus mal ein Stück von „Deine Lakaien“ gewünscht hätte.

Auch im Zugabenteil ist der Jubel ungebrochen und die nimmersatten Fans wollen den Mann mit der unverwechselbaren Stimme nicht gehen lassen. Alexander Veljanov wirft sich mit einer dramatischen Geste auf seinen Barhocker um zu verdeutlichen, dass das Ende der Show nun definitv erreicht ist. Und er geht nicht, ohne sich bei seinem Publikum gebührend zu verabschieden: „Es war ein sehr, sehr schönes Konzert. Vielen Dank!“

Zufrieden strömt die Anhängerschar zu den Ausgängen in den Clara-Zetkin-Park, wo bereits die Frösche in den Teichen lauthals ihr eigenes Konzert quaken. Für die meisten Fans ist aber die Nacht gerade erst angebrochen. So sieht man die „Gruftis“ über ihren Treffen-Plänen sitzen und beraten, wo es als nächstes hingehen soll. „Sixtina“? „Moritzbastei“? „Schauspielhaus?“

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