ASP im Rückspiegel: Ein Wechselbalg geht fremd

Wer die Grufti-Kapelle ASP kennt, weiß auch von der Story über den schwarzen Schmetterling. Diese Geschichte ist zu Ende erzählt. Jetzt wechselt ASP-Sänger Alexander Spreng die Haut und tritt mit „Wechselbalg“ in Erscheinung. „Fremd“ heißt die Studioveröffentlichung im kommenden Herbst. Im November ist ASP mit jenem Album ein gern gesehender Gast in Leipzig. Ein Artikel vom 22. September 2011 für die Leipziger Internet Zeitung.

Wie ein Fremdkörper klingt es nicht, was ASP auf dem schuppigen Vorboten bietet. Mit elektronischen Skeletten durchsetzte Rockklänge bereits beim namengebenden Titelstück, der sich als sanfter Hardrocker entpuppt . Und natürlich mit einem deutschsprachigen Text vorgetragen wird. Überraschend anders ist das eingängige Ergebnis nicht. Doch diese hat sich die 1999 gegründete Band für die „Angstkathedrale“ ausgedacht, die mit der unheilvollen Spielzeit von 13:13 Minuten auf ein böses Omen schließen lässt – erzählerisch natürlich.

Und wer es von Doom-Metal-Bands wie Cathedral und My Dying Bride kennt – lange Stücke brauchen auch viel Raum. Sie klingen auch so, als ob sich jemand verwundet durchs Unterholz schleppt. „Angstkathedrale“ klagt ebenso düster, nimmt sich in der „Amiens-Version“ viel Zeit dabei und steigert das Tempo dann doch noch.

„BaldAnders“ ist das dritte Stück im Bunde und eine Verneigung an den Ougenweide-Song aus den Siebzigern, welches auf eine Schöpfung von Hans Sachs (1494–1576) zurück geht, aber Literatur- und Geschichtsfreaks eher aus dem 1668 erschienenen Schelmenroman „Der abenteuerliche Simplicissimus“ von Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen bekannt ist. Darin geht es um eine Art Gestaltenwandler, einem Menschen, der sich ständig ändert und recht musikalisch durch die Gegend hüpft. Programmatisch für eine neue musikalische und inhaltliche Ausrichtung von ASP?

Sicher ein Wink mit dem Zaunpfahl. Abgerundet wird das Liebhaberstück noch mit Unplugged-Stück „Dancing MCMXCV“, das von Asp Spreng und Uli Riedinger am 23. März 1995 auf die Bühne gebracht wurde und damit ein echtes Edelsteinchen im Schaffen von ASP aus einer Zeit darstellt, als es die Band noch gar nicht gab. Ist „Dancing“ ein musikalischer Wurzelverweis? Auf jeden Fall ein keiner Ausblick auf das kommende Scheibchen „Fremd“ auf das die schwarze Szene schon entgegen fiebert. Im Oktober ist es soweit.

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