20 Jahre Conne Island: Eine Ausstellung zum Jubiläum im einstigen Erich-Zeigner-Haus

Das Vorderhaus des Conne Island füllt sich. Der „touristische Multiplikator“ der Stadt Leipzig ist gut besucht, auch von Vertretern der Stadtverwaltung, dem Kulturbürgermeister Michael Faber, Freunden, Kollegen und Ehemaligen. Eine Ausstellung von Thomas Steinert lockt in die erste Etage und eine – wenn auch unvollständige – Dokumentation über 20 Jahre Konzertgeschehen in Form einer Installation lässt die Gäste trotz Regens ins Freie strömen. Ein Artikel vom 9. September 2011 für die Leipziger Internet Zeitung.

20 Jahre Conne Island feiern die Macher zusammen mit ihren zahlreich erschienenen Gästen am Abend des 8. September im ehemaligen Erich-Zeigner-Klubhaus, das zumindest in großen Teilen schon saniert ist und einen neuen Anstrich verpasst bekommen hat. 20 Jahre Conne Island ist für den Sprecher Sebastian Kirschner gleichbedeutend mit 20 Jahre Musik in einem seiner Meinung nach „coolen Jugendzentrum“. Am meisten freuen sich die Conne-Island-Macher über die Buchveröffentlichung über ihr soziokulturelles Zentrum. Druckfrisch wurde das dokumentarische Werk „20 Years – Noch lange nicht Geschichte“ am 8. September ins Conne Island gebracht.

„Wir gehen in die Vollen“, bemerkt Kirschner angesichts von der Wiedereröffnung vom Conne-Island-Vorderhaus – dem einstigen Erich-Zeigner-Haus, der Thomas-Steinert-Ausstellung sowie dem Jubiläumsbuch. Nach all dem Klotzen bei der Sanierung und dem Vorbereiten des Jubiläums wollen die Macher nun endlich das machen, was sie am besten können – feiern. „Ich hoffe, es sagt uns niemand nach, dass wir nach 20 Jahren erwachsen und reifer geworden sind“, meint Sebastian Kirschner weiter in in einführenden Rede. „Wir hoffen, dass wir weiterhin als wild und ungestüm gelten und nicht nur ein Image haben. Wir hoffen, dass wir weiterhin als non-konform wahrgenommen werden und es auch für die nächsten Conne Island-Generationen bleiben.“

Es ist ein eigensinniger Weg, den das Conne Island die letzten 20 Jahre ging. Aber bevor die Gäste im abendlichen Vortrag mit Fotos, Konzertfilmausschnitten und Informationen rund um die hin und her wogenden Anfangstage des 1992 gegründeten soziokulturellen Zentrums sehen und hören, wie heftig es mitunter hier zuging, richtet aber Kulturamtsleiterin der Stadt Leipzig, Susanne Kucharsky-Huniat noch ein paar Worte an die Gäste.

Stellvertretend für die Stadt Leipzig überbringt die Leipziger Kulturamtsleiterin herzliche Glückwünsche an die Betreiber des Conne Island aus. „Ich begleite das Conne Island auch nun fast seit 20 Jahren“, so Kucharsky-Huniat in ihrer Ansprache. Sie betont aber, dass es trotz gewisser Abstoßungs- und Anziehungseffekten, dem naturgemäßen Auf und Ab ein gesundes Vertrauen zwischen Stadt Leipzig und Conne Island existiert. „Dass das Conne Island ein unverzichtbares Zentrum in Leipzig ist, ist auch aus der Tatsache abzuleiten, dass es eines der wenigen soziokulturellen Zentren in Leipzig ist, das eine Rahmenvereinbarung mit der Stadt abgeschlossen hat und das auch nun seit fast 20 Jahren. Seit dieser Zeit unterstützt die Stadt das Conne Island kontinuierlich in dem sie die Gebäude zur Verfügung stellt, die Miete übernimmt, die Betriebskosten, Personalkostenzuschüsse und auch Projektgelder.“

Kucharsky-Huniat bekräftigt mit einem verschmitzten Blick zu Sebastian Kirschner, dass all die Unterstützung natürlich nicht voll auskömmlich ist. „Ich glaube aber die Rahmenbedingungen zu sichern und dazu als Stadt zu stehen, ist eine wichtige Voraussetzung, um auch die Arbeit hier fortsetzen zu können.“ Die Kulturamtsleiterin hebt auch das Alleinstellungsmerkmal des Conne Island als Musikklub hervor. Immerhin schon seit 1991 finden hier regelmäßig Szenekonzerte für Hardcore-Punk, Hip Hop und Elektro-Parties mit internationalen und angesagten Acts ein reges Heim. „Das strahlende Musikprogramm spricht für sich“, sagt Kucharsky-Huniat. „Es ist toll, dass das Conne Island wegen dieser Konzerte über die Grenzen von Leipzig bekannt ist.“ Und so nimmt es nicht Wunder, dass hier auf weitere 20 Jahre Conne Island gehofft wird.

„Der Stadtrat hat seit Jahren sich bemüht die Sanierung voran zubringen“, fügt die Leipziger Kulturamtsleiterin im Beisein ihres Kulturdezernenten Michael Faber hinzu. „Leider mussten wir die Baumaßnahme splitten und werden das Saalgebäude aller Voraussicht nach 2013 sanieren können. Aber auch das hat der Stadtrat schon beschlossen. In der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt Leipzig ist die Summe auch schon eingeordnet.“ Bessere Konzertbedingungen inklusive.

Dann wird das Erich-Zeigner-Klubhaus sicher wieder so bunt sein wie vor der Sanierung. Das versichert Sebastian Kirschner den Anwesenden, denn für seinen Geschmack sieht alles zu sehr „schnieke“ aus. Kirschner verweist auf die bis zum 18. Oktober laufende Ausstellung „Thomas Steinert: Klubhaus Erich Zeigner“, wo die Gäste Fotos aus den späten DDR-Tagen sehen können, inklusive Volkspolizisten, Rentner, Kleinfamilien, Breakdancern und Kiez-Urgesteinen. Milieu Connewitz eben aus den Achtziger Jahren – teilweise noch unveröffentlicht. Eine Installation von Andrea Geyer und Halina Kirschner mit der Auflistung aller Konzerte, die seit 20 Jahren über die Bühne tobten. Warum aber das am 12. November 1993 stattgefundene Konzert der britischen Metalband My Dying Bride nicht auftaucht, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Ansonsten ist die Masse in der Tat beeindruckend.

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