Gothic Metal aus Leipzig: Korinna und Tom von Canterra im Interview

2011 war für die Leipziger Band Canterra so etwas wie ein Erfolgsjahr. 2012 dreht sich die Erfolgskurve für die Musiker weiter. Schnell noch einmal das alte Interview heraus gekramt, das ich mit Korinna und Tom im Mai 2011 in Schleußig führte.

Umjubelter Dritter Platz beim Vorausscheid des Courage Zeigen Jugendfestival, bald auf dem Jubiläums-Wave Gotik Treffen zu sehen und nun auch engagiert für Leipzigs Straßenkinder. Die Leipziger Gothic Metalband Canterra ist umtriebig derzeit. Sängerin Korinna und Bassist Tom berichten über ihre Pläne. Schleußig live, auf der „Kö.“

Hallo, wer seid ihr und was macht ihr?

Korinna: Ich bin Korinna, die Sängerin.
Tom: .. und ich bin Bassist.
Korinna: … und Bandschnucki.

(Lachen)

Ich dachte du bist das Bandschnucki, Korinna?

Korinna: Nein, unter den Männern ist Tom das Schnucki.

Unter uns Männern, Tom, Korinna ist doch auch ein Schnucki, oder?

Tom: Korinna ist der Bandschatz! Unsere singende Göttin!
Korinna: (Lachen) … übertrieben! Ich weiß das zu schätzen!
Tom: Wir alle liegen ihr auf der Bühne zu Füßen. (Lacht)
Korinna: Weil ihr alle ausrutscht auf meinem Schweiß? (Lacht)

Wie kommt’s dass ihr jetzt Canterra heißt und nicht Avatar?

Korinna: Wir mussten unseren Bandnamen leider ändern. Dafür gab es verschiedene Gründe und es war ein langer Prozess bis hierhin. Einerseits war es mittlerweile ein eher ungünstiger Name wenn es um das wieder finden im Netz geht, andererseits gibt es ein paar schwedische Kollegen die das nicht so prickelnd fanden. Ab jetzt sind wir fünf 1.000 Prozent Canterra.

Wie und wann ging’s eigentlich bei euch los mit der Band?

Korinna: Es ging damals mit Harry (Gitarrist und Co-Grunzer, Anm. d. Red.) los, als wir uns übers Internet kennenlernten. Es ist schon eine Weile her, … ich glaube 2006. Damals spielte er noch in einer ganz anderen Band. Wir probten zusammen und fanden heraus, dass wir gut miteinander Songs schreiben können. Danach versuchten wir zusammenzubleiben, versuchten immer wieder eine Band zu formieren. Das brach aber immer wieder auseinander. Wir waren einmal richtig komplett, hatten eine Violine dabei. Aber jetzt seit anderthalb Jahren ist es so, dass wir mit unseren Ideen richtig arbeiten können.

Seitdem gibt es auch ein festes Line-Up?

Korinna: Fast fest. Bis auf den Bass.

Der kam jetzt neu dazu und sitzt jetzt neben mir?

Tom: Genau. Der erste große rockige Auftritt mit mir war beim Courage Zeigen Jugendfestival gewesen. Davor war noch ein schönes Unplugged-Konzert.

Korinna: Die Besetzung mit der wir unsere kleine von Andy Schmidt (Kick The Flame-Studio, seit 2012 Echolux, Anm. d. Red.) aufgenommene EP gemacht haben, war eine andere. Der Bassist, der damals die Scheibe eingespielt hat ist der Max, der uns heute aber immer noch unterstützt. Für ihn fanden wir glücklicherweise Tommy, den wir aber schon vorher kannten. Er ist außerdem noch ein guter Songwriter.

Wie hat sich sein Einsatz aufs Songwriting ausgewirkt?
Korinna. Wir sind gerade dabei, neue Songs zu schreiben. Das heißt, dass wir noch in einem ganz frühen Stadium sind. Das, was man beim Courage gehört hat sind „alte“ Songs gewesen, bis auf einen. Damals war Tommys Einfluss noch nicht so groß. Durch seine Art Bass zu spielen, hat sich unser Sound natürlich etwas verändert. Sein Einfluss ist an dem Material wo wir jetzt dran sitzen natürlich größer.
Da kann man ja gespannt sein…
Tom: Das was wir gehört hatten, war doch sehr zufriedenstellend. (Lachen)

Wo hast Du vorher gespielt?

Tom: Vorher spielte ich bei einer Alternative Rock Band namens EKG. Durch musikalische Differenzen ging das auseinander. Es war auch eine schöne Zeit, die vier Jahre anhielt. Wir machten handfeste Rocknummern. Doch dann versuchten wir ein Bandprojekt zu starten, um die Leipziger Bands aus der Messestadt rauszuholen. Dabei war ich bei der Probe von Avatar (damals hieß die Band noch so, Anm. d. Red.) dabei und sehr angetan von der Band (schielt zu Korinna) und … Korinna. Dann war es so, dass Max die Band verließ und sie jemand suchte – also war ich drin.

Korinna: Wären wir mit anderen Leipziger Bands nicht so in Interaktion, hätte es mit Tom vielleicht nicht geklappt.

Tom: Das alles passierte ungefähr im vergangenen Sommer 2010.

Korinna: Im Winter! Da lag doch Schnee! … Im Februar spielten wir gleich ein Unplugged Konzert mit Tom. Das war sein erster Auftritt mit uns gewesen. Seitdem sind wir mit Tom total glücklich. Es ist nicht nur eine Frischzellenkur, Tom bringt extrem viel Schwung mit.

Das hilft sicher bei Live-Auftritten, … kommen bald die nächsten?
Korinna: Ja, am 11. Juni zum Wave Gotik Treffen in der Sixtina. Das ist für uns ein ganz wichtiger Auftritt. Vor allem in der Sixtina, die zu diesen Tagen immer sehr gut besucht ist. 20 Jahre WGT ist zugleich Avatars erster WGT-Gig. Unglaublich!
Wenn ihr an neuem Material schreibt, plant ihr schon ein Album oder ähnliches?
Korinna: Schwierige Frage, weil wir damit noch am Anfang sind. Wann der Moment kommt, bei dem wir das Gefühl haben, dass die Songs für eine Aufnahme gut genug sind, wissen wir noch nicht. Der zweite Punkt ist die finanzielle Frage und das wie. Und der dritte Punkt ist die Frage, ob es überhaupt noch Sinn macht, heutzutage ein Album aufzunehmen…

Jemand sagte mir einst, nie war Album aufnehmen so günstig wie heute.

Korinna: Das kann sein. Ich mache aber erst seit wenigen Jahren Musik. Ich weiß ja nicht wie die Preise vor zwanzig Jahren gewesen waren. Und finanziert werden muss so ein Projekt, wie günstig auch immer die Studio Preise mittlerweile vielleicht auch sind, trotzdem.

Zum 31. Mai endet der Bewerbungsschluss zum Großen Preis von Leipzig. Bewerbt ihr euch?

Korinna: Müssen wir noch! Wollen wir eigentlich auch!

Ist eine CD-Produktion heute wirklich noch so teuer? Man kann doch vieles im Proberaum machen, oder?

Korinna: Wenn man das Know How hat, dann schon. Das haben wir leider nicht.

Tom: Mit einem Profi an der Seite, der eine echte Vorstellung hat und die vermitteln kann sowie es auf eine CD presst, würde uns momentan mehr helfen, denke ich.

Korinna: Wenn wir das Risiko eingehen, ein ganzes Album zu veröffentlichen und nicht nur eine EP, muss alles stimmen.

Dann viel Erfolg und besten Dank fürs Interview.

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