Steampunk mit Rausch: Drei Kanadier besingen Uhrwerk-Engel

Rush (Copyright by Roadrunner/Warner)

Rush (Copyright by Roadrunner/Warner)

Wer kennt sie nicht? Auf dem Leipziger Wave Gotik Treffen treiben sie sich herum. Wie aus einem Jules-Verne-Roman entstiegen, sind ihre Körper mit uhrwerkartigen Mechaniken übersät. Sogar die mitgeführten Geräte besitzen die kleinen Zahnräder, Schläuche, Monokel, Lupen. Steampunks nennen sie sich. Und die tauchen auch in dem neuen Studiowerk von Rush auf. „Clockwork Angels“ vielleicht die Hommage an die Uhrmacher?

Die Single „Headlong Flight“ deutete es bereits an. Das neue Rush-Album hat viel Dampf unter der Haube. Geddy Lee, Alex Lifeson und Neil Peart entführen den Hörer mit ihren zwölf neuen Songs in eine Welt aus vergessenen Städten, Piraten, Anarchisten und exotischem Karneval. Auf „Clockwork Angels“ wird auch von einem unbeugsamen Uhrmacher erzählt, der die Präzision in jedem Aspekt des täglichen Lebens betrachtet.

Ihr mittlerweile zwanzigstes Studioalbum der seit 1968 andauernden Karriere wurde von Nick Raskulinecz, der auch schon beim Vorgänger und letzten Studio-Album „Snakes & Arrows“ als Co-Produzent tätig war, produziert. Grammy-Awards-Gewinner Raskulinecz zeigt mit seiner Arbeit wie eine Rockband wie Rush immer noch frisch und vielschichtig klingen kann, die doch so viele Jahre auf dem Buckel hat. Zwar schreit Geddy Lee nicht mehr so taufrisch ins Mikro wie noch in den Siebzigern. Seine jungenhafte Stimme ist dafür mit einer melancholischen Färbung belegt, die seit dem 1980 erschienenen Studioalbum „Moving Pictures“ den Sound von Rush mit prägt.

Gitarrist Alex Lifeson erzählt in einem Interview, dass der Band an einer Rückbesinnung an den klassischen Hardrock-Sound gelegen war. Auf „Clockwork Angels“ empfängt warmer und direkter Klang den Hörer. Dass Rush ein Trio ist, hört man zunächst nicht. Ganz so wie schon bei ihren 19 Vorgängeralben. Erneut paart sich handwerkliches Geschick mit einer Kompositionsfreude, die die Scheibe zu einem Hörgenuss machen. Bedenkt man auch, dass die Band seit 1968 existiert, seit 1974 ununterbrochen Alben in hoher Qualität veröffentlicht, nie einen Besetzungswechsel vollzog, dann ist „Clockwork Angels“ keine Ausnahme, auch kein Wunder. Aber eine angenehme Konstante in der Rockmusik, die man gerne erkundet. Ihr neues Video zu „Headlong Flight“ zeigt wohin die Reise mit Rush gehen kann.

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