Rock’n’Roll Overdose: Mit stolzgeschwellter Brust und gesundem Respekt

Veit Valdeig, Organisator des Rock'n'Roll Overdose (Foto: Daniel Thalheim)
Veit Valdeig, Organisator des Rock’n’Roll Overdose (Foto: Daniel Thalheim)

Eine Überdosis Rock’n’Roll gefällig? Veit Valdeig veranstaltet 2012 zum sechsten Mal das „Rock’n’Roll Overdose“ im Anker. Das Leipziger Jugendkulturzentrum öffnet seinen Clubsaal im September wieder für zwei Tage für die Gitarrenfraktion unter den Musikern. Deswegen rief der KAOS-Techniker zum fleißigen Bewerben auf. Jetzt stehen die Listen fest.

Es geht um Nachwuchsarbeit. Wenn am 21. und 22. September das „Rock’n’Roll Overdose“ stattfindet, dann mit gesundem Respekt und stolzgeschwellter Brust. Veit Valdeig, KAOS-Techniker und Veranstalter des zweitägigen Rock-Nachwuchsfestivals ist glücklich. Endlich kann es losgehen. „Wir sind das sechste Mal im Anker!“, teilt der hochgewachsene Mann mit dem weißen Strubbelhaar, Brille und Ziegenbärtchen mit. Handgemachte Rockmusik ist sein liebstes Steckenpferd. Die Leipziger Musikszene unterstützt er gerne. Schon jetzt verspricht er einen Headliner pro Abend. Kontakte zu den Bands stehen. Aber wer spielt denn nun?

„Das wird erst einmal noch nicht verraten. Es wäre auch zu früh, denn erst muss alles in Sack und Tüten sein“, meinte lächelnd Veranstalter Valdeig noch im März. Jetzt kann er mit seinem Geheimnis herausrücken. Wer sich aber im Leipziger Raum umschaut, wer gerade dicke an den Gitarrensaiten zupft, kann schon einmal Rätselraten spielen. Das ist jetzt vorbei. Die Bands stehen fest. „Das Line-Up wird durch eine Jury aus Leipziger Musikern, Technikern und der Leipziger Musikszene sehr verbundenen und jungen Menschen bestimmt. Ich rühre natürlich auch kräftig in diesem musikalischen Allerlei mit herum!“
Jetzt aber raus mit der Wahrheit: Wer spielt denn nun am 21. und 22. September im Anker? Tremendous Speed Monkeys heißt eine Gruppe, eine andere nennt sich Quiet Lake. Im Schweinsgalopp geht es mit Run Pig Run weiter, bis dann Grunge mit Looks That Kill auf die Lauscher hämmert. Am 22. September stehen die Namen Stolen Dwarf, The Rocket Sausage Dog, Funky Zebra, Torpedo Dnipropetrowsk und Goldstaubwerk fest.
Valdeig lächelt wieder. Sein „Overdose“-Projekt besitzt auch pädagogischen Wert. “ Das Festival wird wieder von und mit Jugendlichen organisiert. Das beginnt bei der Konzertdurchführung selbst mit der Sicherheit im Saal, Einlass, Bühnenumbauten während des Konzerts, die Bandbetreuung, und so weiter“, erzählt der Rocker freudestrahlend weiter: „Sobald das Line Up steht, werden Musikertreffen durchgeführt. Die Bands werden aktiv in die Gestaltung des Konzerts eingebunden. So werden aus ‚Bühnenkonsumenten‘ aktive Gestalter der Konzertabende.“
Auch dieses Jahr übernimmt das Berufsförderungswerk Leipzig die Plakatentwicklung. Im BfW entwerfen Auszubildende der Mediengestaltung unter Valdeigs und seiner Assistentin Miriam Vohlas Augen das Konzertplakat. „Wir gestalten im BfW an abgesprochenen Terminen den Unterricht. Da komme ich dann mal in die Position eines Lehrers“, freut sich Valdeig.
Vor allem, weil es für ihn und seine Assistentin ein kreativer Prozess ist und enorm viel Spaß macht. Für den Konzertveranstalter wurde das BfW seit 2008 auf diese Weise ein verlässlicher Projektpartner. Doch ohne das Begegnungs- und Freizeitzentrum „Anker“ läuft gar nichts. Dort finden alljährlich die Konzerte statt, die Valdeig und sein Team veranstalten.
Mit dem auch in Leipzig ansässigen Ausbildungsinstitut für Medientechnik „SAE-Institute“ bahnt sich auch etwas an. Das Institut mit seinem Sitz am Dittrichring unterstützt wie auch schon 2011 das „Rock’n’Roll Overdose“ bei der Finanzierung. „Außerdem denken wir über Workshops mit den teilnehmenden Musikern in den verschiedenen Bereichen der Audiobearbeitung und Aufnahmetechnik nach, … mal sehen wie sich das entwickelt. Dazu würden wir die Räumlichkeiten und das kreative Fachwissen der Dozenten und die Technik der SAE nutzen können“, weiß Valdeig schon.

Die Kooperation mit der ebenfalls in Leipzig ansässigen Plakatwerbe-Firma ADDMission GmbH steht ebenfalls. „Sie sind dafür zuständig, dass die Leute von dem Konzertevent erfahren, kleben fachgerecht und völlig legal die Poster in der ganze Stadt“, erklärt Veit Valdeig. Er hofft wie jedes Jahr auf eine bunte Spielwiese des Rockgenre, ein begeistertes Publikum und auf spielfreudige Bands. Wer in den vergangen Jahren das „Rock’n’Roll Overdose“ verfolgte, wird wissen, was Valdeig meint.

Außerdem sucht Veit Valdeig noch Sponsoren, denen Musiknachwuchs am Herzen liegt. Das kann der Bäcker um die Ecke sein, ein Getränkehändler oder eine Cateringfirma. Der einzige Lohn für die Bands ist beim „Overdose“ der Jubel des Publikums – und ein paar kühle Biere nach der Show.

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