Metallica im Presserückspiegel: Weniger Metal dafür mehr $

Interessant, was ein Saitenhexer wie der US-Amerikaner Alex Skolnick von der Thrash-Metal-Gruppe Testament über Metallica sagt. Von wegen Vorbild. Das Bild von engagierten Vorreitern wich einem von ziemlich fokussierten Typen, die Erfolg um jeden Preis einfahren möchten. Dass dabei die Glaubwürdigkeit leidet, kann Metallica sich verschmerzen. Trat die Band in den letzten Jahren in so ziemlich jeden Metall-Fettnapf, der herumsteht.

Zuerst verklagte das Management der Band so ziemlich jeden, der Kopien von den regulären Studiowerken zog, um sie im Internet an Freunde und Unbekannte zu verschenken. Früher nannte die Metal-Szene solche Leute „Tape-Trader“. Also Leute, die die offiziellen und inoffiziellen Veröffentlichungen auf Musikkassetten bannten und sie an ihre Kumpel weiterreichten. In den neunziger Jahren versuchte sich die Band gar am Jazz. Aber wie war es 2010 mit den „Big Four“-Konzerten? Alles Friede, Freude und Eierkuchen? In der Schweiz gab es veranstaltungsbedingt sogar einen handfesten Skandal, weil man wohl schnell Kasse machen wollte und das Festival im Unwetter versinken ließ. Aber wie sieht es hinter den Fassaden aus?

Vor zwei Jahren fragte ich, ob Bands wie Metallica und Megadeth mithelfen, ihre Fans abzuzocken. In der Leipziger Internet Zeitung veröffentlichte ich dazu einen Artikel.

Eiskalte Abzocke: Ziehen führende Metalbands ihre Fans ab?

In jeder Kneipe wird die FIFA Fußball WM kostenlos übertragen. Das einzige, was der Gast zahlt, ist sein Bier. In diesem Bierpreis steckt sicher auch ein Cent für die GEZ oder „Premiere“ drin. Das ist okay. Man kann aber auch richtig Kasse machen, wie bei dem am 22. Juni live in europäischen Kinos aus dem bulgarischen Sofia übertragenen Konzert der „größten“ Metalbands der Welt.

Offenbar denken die Managements der einzelnen Formationen, das wohlmöglich beteiligte, europäische „Sonisphere-Festival“ in Sofia und die weltweit agierende „Global Cinema Distribution“, „Heavy Metal“ sei schlicht mit schweren Geldbörsen gleich zu setzen. So sollen am Abend des 22. Juni beispielsweise Fans der amerikanischen Thrash-Metal-Gruppen Metallica, Slayer, Megadeth und Anthrax sehr erstaunliche 19 Euro für eine Live-Übertragung im Leipziger „CineStar“ zahlen. Für dieses Geld schnuppern sie dann Kinoluft und sitzen brav auf ihren Sitzen.

Für dieses Geld und sogar weniger kann der Metaller ein Underground-Konzert besuchen, seine Freunde treffen und leibhaftig am lokalen Geschehen teilhaben. Was die Aktion soll, welche ganz groß mit „The Big Four: Metallica, Slayer, Megadeth und Anthrax Liveübertragung“ angekündigt wird, entpuppt sich dann doch rasch als „Abzocke“ gegenüber Fans, die diese Bands in anderen europäischen Ländern so nicht live zu Gesicht bekämen. Diese Fans haben wohlmöglich durch ihre Treue es den Bands ermöglicht, in den Achtzigern und Neunzigern so bekannt zu machen, wie sie es jetzt sind. Und was ist mit der immer gepriesenen Szene-Zugehörigkeit der genannten Gruppen? Sollte Metal nicht die letzte anti-kommerzielle Bastion sein, wie man es noch immer in so genannten Szene-Magazinen gerne für sich beansprucht?Die Parfümierung dieses „Events“ mit dem Geruch der Einmaligkeit soll einfach nur die Tür zu einer weiteren lukratives Geschäftsidee für schwächelnde Plattenbosse in ebenso umkämpften Kinozeiten aufstoßen. So suggeriert die Werbung ein „Ereignis“, das nichts weiter ist, als dass der zahlende Fan anderen bei der Arbeit zuguckt und den Kinosaal nicht einmal in einen Mosh-Pit verwandeln darf.

Das atmet nicht mehr, das riecht nach einer beispielgebenden Kooperation zwischen einem Event-Filmvertrieb und der Veranstaltung „Sonisphere-Festival“, um weltweit zusätzliche Einnahmen für ein Ereignis zu erzielen, welches für eine TV-Übertragung zu klein ist. Zwar ist dieses Ereignis für Fans eine einmalige Sache, weil zum ersten Mal die führenden Bands der ehemaligen Bay-Area-Thrash-Metal-Szene der frühen Achtziger gemeinsam auf der Bühne stehen. Doch was nützt es, wenn die so genannte Szenezugehörigkeit an der Kinokasse aufhört?Man kann sich ausrechnen, was für Einnahmen erzielt werden bei 350 Kinos weltweit und einem angenommenen Eintrittspreis von 10 – 19 Euro pro Besucher. Man kann von einem Besucherdurchschnitt von 100 bis 300 Gästen pro Kinosaal ausgehen. Das könnte weltweit Einnahmen von 1 bis 2 Millionen Euro zusätzlich zum Festival generieren, die das bulgarische Metalfestival allein so nie erreichen würde. Dagegen rechnen sich Aufwand für die Live-Übertragung, Kosten für Technik, Steuern. Natürlich macht man das nicht zum Selbstzweck, Gewinnstreben gehört zwangsläufig zum Marketingeschäft.

Für den Eventvertrieb „Global Cinema Distribution“ ist das Metal-Ereignis angesichts des winkenden Gewinns sicherlich auch ein kleiner Freudentaumel, vielleicht auch für gewisse Kinoketten? Hinter diesem Namen verbirgt sich „By Experience“, einem weltweit agierenden Anbieter, der Events wie die Auftritte der einst in den Achtzigern führenden Metalbands in High Definition (HD) in die Kinos überträgt und scheinbar kräftig mit kassiert. Die französische Zeitung „Le Monde“ schrieb dazu, dass ein neues Genre geboren ist. Andere Blätter und Medien wie das „Wall Street Journal“, „Guardian“ und „BBC News“ blasen in die selbe Tröte.

Kein Wunder, sucht doch eine ganze Musikbranche verzweifelt nach neuen Wegen, die teilweise wahnwitzigen Forderungen mancher Bands zu befriedigen und gleichzeitig den Niedergang des „mobilen Verkaufstonträgers“ abzufedern.

Was passiert da? Auch Auftritte von David Gilmour, Robbie Williams, „The Metropolitan Opera“, „Genesis“ und David Bowie werden so live in die Kinos für konzertfaule Sesselfans übertragen. Selbst ein Lars Ulrich, Schlagzeuger von „Metallica“ lässt es sich nicht nehmen, auf der „Big Four“-Homepage auf den Kinobesuch hin zuweisen und denkt, er würde seinen Fans einen Gefallen damit tun.Verdienen Superstars tatsächlich so wenig an regulären Tourneen, Alben und bedruckten Krimkrams, bleiben die Fans lieber Zuhause und kaufen sich doch die DVD und genießen den Live-Auftritt bei gepflegtem Rotwein und Bier aus dem Kristallglas?

Man weiß es nicht, was Metalfans auf die roten Samtsessel des „Cinestar“ treiben wird, wenn so Bands wie „Anthrax“ und „Slayer“ zum Veitstanz rufen. Auch wenn sie nur über die Kinoleinwand flimmern und trotz der durch die Filmkameras gezoomte Nähe eigentlich alles weit weg ist.

Dann sollte man wirklich überlegen, ob nicht die monatliche GEZ-Gebühr für Live-Übertragungen im „Rockpalast“ besser angelegt ist. Und selbst die sind eigentlich kostenlos für jedermann im Internet abrufbar, auch wenn die Shows schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben. Etwas anderes wird auch in Sofia nicht stattfinden. Und schon gar nicht im benachbarten CineStar.Die Begegnung mit Metal und andere Musiksparten findet nicht zwischen süßen Popcorntüten und roten Sesseln, sondern im Dreck und Schmutz verwitterter Auftrittsorte bei viel Bier, brennenden Ölfässern und mit wild feiernden Mitmenschen statt. Gerade Metal jedoch muss dem Spießer suspekt bleiben, um nicht in die Gefahr zu geraten, zur großen Vermarktungsnull neben Lady Gaga und Co. zu werden. Gesichtsverlust inklusive.

Dass es im nächsten Jahr so weiter gehen soll, beweist die neuste Ankündigung aus dem Haus mit dem Namen „CMM-Marketing“, die im Januar unter dem Motto „70.000 Tons Of Metal“ eine viertägige Kreuzfahrt mit 40 Metalbands durch die ohnehin Öl verseuchte Karibik versprechen und Bands wie „Sodom“, „Amon Amarth“ und „Stratovarius“ eingeladen haben. Für „nur 666 US Dollar“ kann der Metalfan plus Zusatzkosten an der Zusammenkunft teilnehmen, die ihn in Europa auf einem Festival knapp über 70 Euro plus Spesen kosten würden. In einer denkwürdigen Kooperation aus verschiedenen europäischen und amerikanischen „Szene-Magazinen“, „CMM-Marketing“ und „Mondialevents“ dürfen die Fans zusammen mit den Bands ihre Zeit bei Bier und Gesprächen totschlagen.

Kommt es auch dazu, beginnt sich eine weitere innovative Kraft in der Musiklandschaft einfach selbst aufzulösen. So jedoch bekommt man im Ergebnis auch eben jene Juppie-Fans, für die es nur noch eines gibt: Höher, schneller, weiter. Härter nicht mehr.

Weitere Infos
 www.thebigfourlive.com
 www.byexperience.net
 www.wdr.de/tv/rockpalast
 www.cmm-marketing.com

Die großen Vier in Deutschland: Gelsenkirchen empfängt Amerikas Heavy Metal-„Giganten“

Heavy Metal im Bierzelt mag noch gehen, aber im Kinosessel? Das haben sich vergangenen Sommer so manche auch im Leipziger Cinestar gefragt, als sie die „Big Four“ vom Kinosessel aus sehen konnten. Dieses Jahr lassen es Metallica & Co. mit der Liveübertragung bleiben und wollen die Deutschen lieber mit einem Liveauftritt in Gelsenkirchen anlocken. Auch die Leipziger?

1981 ist das Jahr, in das die deutschen Kuttenträger zurück katapultiert werden sollen. Damals begannen Metallica, Anthrax und Slayer mit den ersten Gehversuchen, aus der Mischung von englischem New Wave Of British Heavy Metal und Punk Rock Noten aus ihren jaulenden E-Gitarren auszuspucken. In den Achtzigern gesellten sich Megadeth und weitere Acts dazu.

Dreißig Jahre später zeigt sich, wer am erfolgreichsten seine Fans um sich geschart hatte. Denn unter den „Big Four“ – den großen Vier – zählt man eben nur Metallica, Slayer, Megadeth und Anthrax. Warum? Weil diese Kapellen den Nerv mehr als alle anderen Bands trafen. Und derer gab es viele.

Vergangenes Jahr unternahmen die vier Acts eine große Reise quer durch Europa, führten das Sonisphere-Festival an, das in Sofia aufgezeichnet und live in alle Welt übertragen wurden und nun als Livemitschnit auf DVD erhältlich ist. Das hat wohl nicht jedem so gut gefallen, wie sich das CMM Marketing, die Mitschnitt-Promoter von ByExperience und Metallica vorgestellt hatten. In Batavia/Illinois (USA) hatten sich offenbar damals einige Leute nicht unter Kontrolle gehabt und schlugen den Kinosaal kurz und klein. Hier in Deutschland verlief alles friedlich, wenn auch ebenfalls nicht sonderlich berauschend – Metal im Sitzen war wohl doch keine so gute Idee.Warum ist das so besonders, wenn diese vier Bands nun zusammen auftreten? Sie allestanden nie wirklich zusammen auf der Bühne. Nun ja, Metallica hatte recht schnell Erfolg, war in den Achtzigern Vorband von größeren Acts wie Ozzy Osbourne, hatten 1988 ihre erste Headlinertournee, genoss spätestens ab dem „Black Album“ 1991 den Ruf einer Stadionrockband. Schon zu dieser Zeit luden die vier Musiker von Metallica ihre Helden auf die Bühne, wie die NWOBHM-Legende Diamond Head oder Mercyful Fate aus Dänemark, Drummer Lars Ulrichs Heimatland. Ihr Debüt „Kill ‚em All“ (1983) ist der unbedarfte Tritt in den Allerwertesten der damaligen Rockszene, mit den drei Folgealben „Ride The Lightning“ (1984), „Master Of Puppets“ (1986) und „…And Justice For All“ (1988) droschen Metallica gezügelter und technisch anspruchsvoller. Wohingegen ihre Scheiben „Load“ und Re-Load“ als softe Totalausfälle gelten, „St. Anger“ als Prügelmonster angesehen wird und „Death Magnetic“ nur halbherzig die Achtziger aufleben lässt.

Slayer wuchs recht schnell als finstere und kontroverse Underground-Größe heran, die wie Metallica Anfang der Neunziger ihre größten Erfolge feierte und bis heute als konstante und ehrliche Größe im Metal-Zirkus gilt, die nicht wie Metallica nach dem Kommerz schielte. Das Spielen mit Nazisymbolen und Textinhalten über den KZ-Arzt Josef Mengele brachte Slayer in den Ruf, auf dem rechten Auge blind zu sein, obwohl deren inzwischen gesundheitlich angeschlagener Sänger Tom Araya aus Chile stammt, Drummer Dave Lombardo aus Kuba. Rassismus ist also Fehlanzeige.Die Alben „Show No Mercy“ (1983), „Hell Awaits“ (1985), „Reign In Blood“ (1986), „South Of Heaven“ (1988) und „Seasons In The Abyss“ (1990) sprechen eine eindeutige Sprache. Hier tummeln sich textlich aufgearbeitete Massenmörder, Horror und Teufel, um den schwarzen Anstrich Slayers Musik Ausdruck zu verleihen. Zuletzt hat Slayer wegen Tom Arayas kaputten Rücken und seinen liebevoll gesäuselten Bekenntnissen zur christlichen Religion von sich Reden gemacht.

Dagegen gelten Anthrax und Megadeth als gesellschaftskritische Gegengewichte, die vor allem mit ex-Metallica-Gitarrist und Sänger Dave Mustaine in die politische Richtung gehen. Anthrax aus New York entwickelte seinen Sound aus der sich damals entstehenden Hardcore Punk-Szene heraus, experimentierte mit Polit-Rap-Acts wie Public Enemy, lange bevor Linkin Park in Pop-Liedchen mit den heutigen Rapstars anbandelte.Ex-Metallica-Klampfer Dave Mustaine thematisiert mit Megadeth Krieg, Wirtschaftspolitik, Weltpoltik, Hungersnöte in seinen Texten, hatte aber trotz harter Scheiben der Anfangsjahre in den Neunzigern begonnen, melodiöser und somit massentauglicher zu werden. Der große Erfolg blieb der Band verwehrt, was nicht zuletzt an Dave Mustaines zwischen den Zähnen hervor gepressten und zischelnden Gesang gelegen haben dürfte. Ihr jüngstes Werk „Endgame“ (2009) reiht sich ohne Gesichtsverlust in Klassiker wie „Peace Sells .. But Who’s Buying“ (1986), „So Far, So Good, … So What“ (1988), „Rust In Peace“ (1990) und „Countdown To Extinction“ (1992) ein.

Alle Bands traten nie zusammen in dieser Einheit auf, eher gab es mal Zank untereinander, so zum Beispiel Dave Mustaine (Megadeth) gegen Metallica, Slayer gegen Dave Mustaine und Metallica, sowie Anthrax gegen alle. Bleibt nur zu hoffen, dass der Zank nicht weitergeht, denn beim letztjährigen Sonisphere-Auftritt wurden Slayer beim gemeinsamen Coversing-Dudeln zu „Am I Evil“ von Diamond Head vermisst. Vielleicht wird es am 2. Juli in der Veltins-Arena in Gelsenkirchen ganz anders. Mehr als 50.000 Fans werden – vielleicht auch aus Leipzig – erwartet, um diese vier Bands zu feiern Und damit auch die Szene-Erfolge in den Achtzigern und den darum gestrickten „Kult“.

Festivals 2012: Metallica rumort schwarz auf dem Rock am Ring und beim Rock im Park

Kürzlich hat eine Band wieder für Aufsehen gesorgt. Metallica hat das Wedekind-Stück „Lulu“ vertont. Gemeinsam mit dem Folkbarden Lou Reed ging es handfest an das Drama um eine Prostituierte von Frank Wedekind. Anhänger von Metallica streiken, weil ihnen die Musik nicht passt. Es hagelt auch heftige Kritik seitens der Musikpresse. Werden die Rocker den Stoff auf die Festivalbühnen bringen?

Als Leipziger die Amerikaner von Metallica ein erstes Mal in der Messestadt begrüßen durften, war die Band ebenfalls in einer Phase, die die Geschmäcker und Meinungen spaltete. Während die 1981 in San Francisco vom dänischen Schlagzeuger Lars Ulrich gegründete Heavy-Metal-Band Mitte der Neunziger mit dem Studio-Doppelschlag „Load“ und „Re-Load“ in Erscheinung trat, warf man ihr „Langeweile in Noten“ vor. Jene beide Langrillen verkauften sich dennoch gut. Selbst eingefleischte Fans fanden hier noch ein kleines Häppchen und füllten 1996 gemeinsam mit neu hinzu gestoßenen Leuten die Leipziger Messehalle 7. 2009 hatten die amerikanischen Metaller eine weitere Reise nach Leipzig gewagt. Da war „Death Magnetic“ der Grund für das abendliche Pilgern in Richtung Arena.

Aber ein ganz anderes Album der kalifornischen Viererbande rollte weltweit alles auf und setzte laut Musikpresse neue Maßstäbe im Schaffen der harten Jungs. Gemeint ist das so genannte „Black Album“, das namenlos 1991 in die Läden hüpfte und die Leute Schlange stehen und drei Jahre in Folge in die Stadien der Welt strömen ließ. 25 Millionen verkaufte CDs allein weltweit das gewinnbringende Resultat für die Rocker. Vinylscheiben und Musikkassetten sind noch nicht hinzu addiert. Das schwarze Etwas verkaufte sich nicht ohne Grund so gut: Metallica schaffte es mit jenem Machwerk als erste Heavy-Metal-Band, die harten Rhythmen mit Melodien und Eingängigkeit zu paaren, so dass auch jeder anspringen musste. Für viele ist diese Scheibe immer noch etwas besonderes.

Gegenüber dem Journalisten Michael Rensen vom deutschen Metalmagazin „Rock Hard“ hat Schlagzeuger Lars Ulrich 2007 zugegeben: „Es war das schwierigste Album, das wir je gemacht haben. Irgendwann war klar, dass es verdammt gut werden würde, aber ich habe Bob (Rock, Albumproduzent, Anm. d. Verf.) trotzdem gehasst und hinterher ein Jahr lang nicht mit ihm geredet. (…) Als wir uns schließlich von den Strapazen erholt hatten, wurden wir jedoch gute Freunde.“ Auch für manchen Anhänger der knallharten Töne des Vierers war die Platte eine Herausforderung, weil hier zum ersten Mal Metallica das Songwriting entdeckte, um wirklich packende Zünder zu schreiben.

Wer die harten „Dinger“ auf dem Doppelalbum nicht mochte, wandte sich den Balladen zu. Das Streichkonzert auf „Nothing else matters“ spricht nach 21 Jahren immer noch seine sensible Sprache. Weil eben dieses Studiowerk die Band so weit getragen hatte, beschlossen Lars Ulrich und seine Mitstreiter James Hetfield, Robert Trujillo und Kirk Hammett kurzerhand, das gesamte Ergebnis 2012 auf dem Rock am Ring-Festival auf dem Nürnberger Zeppelinfeld am Stück zum Besten zu geben. Dann hat die Scheibe schon 22 Jahre auf dem Buckel. Kein rundes Jubiläum also. Freunde solcher Klänge mögen sich erinnern. Etwas Ähnliches hatte Metallica bereits vor einigen Jahren mit dem 1986 erschienenen Studiowerk „Master of puppets“ unternommen.

Spätestens jetzt werden auch die letzten Zweifler aufatmen. Doch kein „Lulu“ mit Lou Reed. Außerdem soll das Konzert ganz exklusiv über die Bühne gehen. Auch nicht ganz selbstverständlich. denn innerhalb der 25 Jahre, die es das „Rock am Ring“ schon gibt, wird die Truppe das fünfte Mal dort auftreten. Klar, dass so eine Regelmäßigkeit zusammenschweißt und die Veranstalter ausrufen lässt: „Triumphale Rückkehr mit Performance des Schwarzen Albums in Gänze bestätigt!, … absolute Sensation der Festivalsaison 2012“.

Und um diese Aussage in ihrer Wichtigkeit dick zu unterstreichen, ergänzt man schnell: „Für Rock am Ring und Rock im Park wurden bereits mehr als 50.000 Tickets verkauft.“ Das ist der vorläufige Stand der Dinge. Eine Metalband spielt einen Nummer-Eins-Hit komplett durch, viele Menschen finden das gut und sicherten sich schon Karten für 160 Euro inklusive Vorverkaufsgebühr, Camping und Parken am Nürburgring und für 155 Euro fürs „Rock im Park“. Dieser Preis soll aber nur bis zum 15. Januar 2012 gelten. Dann wird es teurer. Das kann für Liebhaber von Metallica aus der Leipziger Stadt und Region nur heißen, Karten sichern, solange es geht, und sich auf drei Tage und Nächte in Sonne, Matsch und Musik vom 1. bis 3. Juni freuen und in guter Gesellschaft mit den Düsseldorfer Punkrockern „Toten Hosen“ sein, die 2012 ihr 30-jähriges Bandbestehen feiern. Metallica tritt am 1. und 2. Juni 2012 auf.

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